August 10, 2026 9:45 a.m. CEST

Ein Hüttenwirt in den Alpen wundert sich über das Verhalten einiger seiner Gäste – und macht die Fälle öffentlich. Im Interview erzählt er, warum.

Stephan Jobke betreibt seit zwei Jahren die Rieder-Hütte in den österreichischen Alpen. Die Hütte gilt bei Wanderern als beliebt, Jobke liebt seinen Job auf 1.765 Metern Höhe. Doch derzeit macht dem 44-Jährigen die Wasserknappheit in den Alpen zu schaffen. Und auch das Verhalten einiger Urlauber löste zuletzt Ärger aus.

Im Interview spricht Jobke über den richtigen Umgang mit Gästen – und erklärt, wieso eine Flasche Wasser bei ihm künftig bis zu fünf Euro kosten soll.

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t-online: Herr Jobke, wie lange reichen Ihre Trinkwasservorräte auf der Rieder-Hütte noch aus?

Stephan Jobke: Die Lage ist sehr kritisch. Wir gewinnen unser Trinkwasser, indem wir den Regen auf dem Dach auffangen und ihn anschließend aufbereiten. Unsere Auffangbehälter sind auf insgesamt bis zu 16.000 Liter Wasser ausgelegt. Als ich das letzte Mal nachgeschaut habe, hatten wir noch 6.480 Liter. Zum Glück sind unsere Toiletten Trocken-Trenntoiletten, die ohne Wasser laufen. Hätten wir jetzt noch den Verbrauch durch die Toilettenspülung, wäre das der Super-GAU.

Auch für die kommenden Tage sind keine lang anhaltenden Regenfälle angekündigt. Was tun Sie, damit Ihnen das Wasser nicht komplett ausgeht?

Wir rationieren das Wasser. Auf den Toiletten konnten sich die Gäste einige Wochen lang nur mit Desinfektionsmittel die Hände waschen, um Wasser zu sparen. Seit wenigen Tagen läuft das Wasser wieder in einem schwachen Strahl. Und wir haben entschieden, kein Wasser aus der Leitung mehr als Trinkwasser herauszugeben. Stattdessen lassen wir per Helikopter 1,5-Liter-Flaschen zu unserer Hütte liefern und verkaufen sie dann.

(Quelle: privat)

Zur Person

Stephan Jobke ist 44 Jahre alt und wurde in Kassel geboren. Bis 2015 arbeitete er als Diplom-Krankenpfleger in einer Klinik und leitete dort zuletzt das Bettenmanagement. Seit 15 Jahren ist er regelmäßig in den Alpen unterwegs. Seit März 2024 ist er Pächter der Rieder Hütte am Feuerkogel. Zudem bietet er geführte Touren durch die Berge an. Jobke ist Bergwander- und Schneeschuhführer, Canyoning Guide, Sportkletterführer und Instruktor Alpinklettern sowie Raftguide. Seit drei Jahren ist er zudem Paraglider.

Was soll so eine Flasche kosten?

Wir haben uns noch nicht entschieden, wie viel wir für eine Flasche verlangen. Das können aber durchaus bis zu fünf Euro sein. Der Transport per Hubschrauber ist sehr aufwendig und teuer. Und sollte die Trockenheit weiter anhalten, muss ich darüber nachdenken, die Saison vorzeitig zu beenden, vielleicht schon Mitte September.

Der Klimawandel wird Ihnen die Arbeit wohl auch in Zukunft nicht unbedingt erleichtern.

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