Spionage im Rüstungssektor
BKA verhaftet mutmaßlichen Russland-Spion
Aktualisiert am 22.10.2026 – 13:24 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Bundeskriminalamt hat einen mutmaßlichen Spion im Dienste Russlands festgenommen. Er soll die Rüstungsproduktion ausgespäht haben.
Einsatzkräfte des Bundeskriminalamts (BKA) haben am Donnerstagmorgen im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree einen mutmaßlichen Spion festgenommen. Das teilte eine Sprecherin des Generalbundesanwalts in Karlsruhe mit. Bei dem Beschuldigten handelt es sich demnach um den 53 Jahre alten ukrainischen Staatsangehörigen Vadym Y.
Die Bundesanwaltschaft wirft dem in Eisenhüttenstadt lebenden Mann geheimdienstliche Agententätigkeit für Russland vor. Y. soll über einen Mittelsmann mit einem russischen Nachrichtendienst in Verbindung gestanden haben. In dessen Auftrag habe er von Deutschland aus militärisch relevante Informationen gesammelt.
Interesse an Rüstungsgütern und Bundeswehr-Brigade
Nach Angaben der Ermittler beschaffte sich der Verdächtige gezielt Einzelheiten über die Produktion von Panzerfahrzeugen, Munition und Explosivstoffen. Zudem soll er Informationen über Personal und militärische Anlagen an der Nato-Ostflanke gesammelt haben.
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Wie der „Spiegel“ berichtet, interessierte sich Y. auch für die Panzerbrigade 45 der Bundeswehr, die sogenannte Litauen-Brigade. Die rund 5.000 Soldatinnen und Soldaten umfassende Einheit soll im kommenden Jahr vollständig in Litauen stationiert und einsatzbereit sein. Die Bundesregierung hatte 2023 angesichts der Bedrohung durch Russland beschlossen, den Kampfverband dauerhaft an der Ostflanke der Nato zu stationieren.
Der Militärische Abschirmdienst beobachtet den Angaben zufolge schon länger ein russisches Interesse am Aufbau der Brigade. Aus Sicherheitskreisen heißt es, Unbekannte hätten bereits Soldaten angesprochen, die für den Einsatz in Litauen vorgesehen seien. Hinter den Kontaktversuchen könnte demnach das Ziel gestanden haben, militärisch relevante Informationen zu erlangen. Belegt ist dieser Verdacht durch das vorliegende Material nicht.
An künftigen Standorten der Bundeswehr in Litauen soll es außerdem wiederholt verdächtige Drohnenflüge gegeben haben. Die Brigade soll deshalb mit der modernsten Drohnenabwehr ausgestattet werden, die der Bundeswehr zur Verfügung steht.
Kontakte in die Rüstungsbranche
Ein Teil der von Y. mutmaßlich zusammengetragenen Informationen war nach Darstellung der Ermittler öffentlich zugänglich. Andere Erkenntnisse soll er durch gezielte Kontakte zu Personen aus der europäischen Verteidigungsbranche gewonnen haben. Darunter sollen sich auch Beschäftigte polnischer Rüstungsunternehmen befunden haben.
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Der Beschuldigte soll nun nach Karlsruhe gebracht werden. Dort entscheidet ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs, ob Untersuchungshaft angeordnet wird. Die Verteidigung war für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen zunächst nicht zu erreichen.
