Rabattschlacht
Aldi legt sich mit Kaufland und Lidl an
24.07.2026 – 07:11 UhrLesedauer: 3 Min.

Aldi greift mit einer neuen Werbekampagne die Kunden-Apps von Lidl und Kaufland an. Die Konkurrenz reagiert prompt.
Im Kampf um Kunden geraten Aldi, Lidl und Kaufland immer wieder aneinander. Bisher ging es nur um Lebensmittelpreise, etwa bei Schokolade oder Kaffee. Nun gehen Aldi Nord und Aldi Süd noch einen Schritt weiter.
Mit einer Werbekampagne positioniert sich Aldi nun deutlich gegen Supermarkt-Apps. Kundenbindungsapps und Couponpreise verleiten oft zu Mehrausgaben, heißt es auf der Unternehmenswebseite. „Aldi setzt dem ein einfaches Modell entgegen: den besten Preis für alle, ohne Bedingungen.“ In ihrer neuen Kampagne sprechen Aldi Nord und Aldi Süd über Rabatte, die Kunden ausschließlich über eine Supermarkt-App erhalten. „Für Aldi Nord in Deutschland gilt: Wer keine App nutzen kann oder möchte, darf keinen direkten finanziellen Nachteil haben. Für alle gilt ein Aldi Preis“, teilt das Unternehmen auf Nachfrage von t-online mit.
Diese Positionierung gilt, wie dem Statement zu entnehmen ist, offenbar nur für Deutschland. Denn in Belgien führt Aldi Nord durchaus eine sogenannte Loyalty-App. Mit der Aldi Belgien App können Kunden seit Juli 2025 bei ihrem Einkauf Punkte sammeln. Diese können sie dann gegen Rabatte oder Gratisprodukte eintauschen. Pro 0,4 Euro Einkaufswert gibt es einen Punkt.
Lidl und Kaufland kontern Aldi
Lidl und Kaufland, die zwei größten Konkurrenten von Aldi, haben bereits auf Aldis neue Werbeaktion reagiert. Die beiden Unternehmen der Schwarz-Gruppe, die eigene Kunden-Apps anbieten, heben die Vorteile derartiger Apps hervor. Durch die auf die Kunden zugeschnittenen Angebote könnten Käufer erheblich sparen. Laut Kaufland liegt das Sparpotenzial für eine vierköpfige Familie mit der Kaufland Card Xtra bei bis zu 250 Euro im Jahr. „Hinzu kommen Ersparnisse durch unsere regulären Sonderangebote oder die neuen Gratis-Prämien“, erklärt ein Unternehmenssprecher gegenüber t-online. „Auf Basis ihres Einkaufsverhaltens erhalten die Kunden mit der Kaufland Card Xtra Rabatte für genau die Produkte, die sie benötigen.“ Zwar gab es zuvor auch eine physische App zur Kundenbindung bei Kaufland, doch die Nachfrage nach dieser war so gering, dass das Unternehmen keine Plastikkarten mehr ausgeben.
Auch das Schwesterunternehmen Lidl hebt die Vorzüge seiner „Plus“-App hervor. Kunden fühlten sich laut Umfragen „im Alltag spürbar beim Sparen unterstützt“. Die Höhe der gesamten möglichen Einsparungen liegt laut Lidl in der Woche vom 27.07. bis zum 01.08.26 bei bis zu 327,63 Euro. Allerdings nur, wenn alle rabattierten Artikel gekauft würden. Darüber hinaus profitieren „von dauerhaft niedrigen Grundpreisen und starken wöchentlichen Angeboten“, teilt der Discounter auf Nachfrage von t-online mit.
Ramona Pop: „Rabatte für alle“
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kritisiert Supermarkt-Apps indes scharf. In einem Interview mit t-online erklärte Ramona Pop, dass nicht alle Menschen Supermarkt-Apps nutzen können oder wollen. Das schließe Menschen von Angeboten aus. „Wir sagen ganz klar: Rabatte müssen für alle gelten und nicht nur für die App-Nutzer“, so die Vorständin. Auch, dass viele Apps sensible Daten von den Nutzern fordern und zugleich deren Einkaufsverhalten tracken, kritisiert Pop: „Gerade in Zeiten hoher Lebensmittelpreise gilt: Rabatte dürfen nicht von der App-Nutzung abhängen. Alle Verbraucherinnen und Verbraucher müssen fairen Zugang zu Angeboten haben – ohne Zwang zur Datenpreisgabe.“
Statt auf App-Rabatte oder Ähnliches zu setzen, sollte es ihr zufolge mehr Transparenz geben. Das schaffe fairere Preise.














