Rechtliche Schritte drohen
AfD dreht Wahlspot auf Weingut – jetzt wehren sich die Besitzer
27.08.2025 – 13:28 UhrLesedauer: 1 Min.
Ohne Rücksprache nutzte die AfD das Weingut Schloss Proschwitz für Werbeaufnahmen. Die Besitzer sind empört.
Das Weingut Schloss Proschwitz sieht sich ungewollt in einen Wahlkampf der AfD verstrickt und wehrt sich entschieden gegen die Vereinnahmung seines Anwesens. Demnach wurden Teile eines Wahlwerbevideos für die bevorstehende Oberbürgermeisterwahl in Meißen ohne Genehmigung auf dem Gelände des Weinguts gedreht. Die Aufnahmen zeigen eine AfD-Stadträtin sowie einen OB-Kandidaten der AfD vor dem Hintergrund des Schlosses Proschwitz und des zugehörigen Weinguts.
Die Besitzer des Weinguts, Georg Prinz zur Lippe und seine Frau Alexandra, äußerten ihre Empörung über das Vorgehen: „Wir waren nicht informiert über diesen Besuch der AfD-Stadträtin und des ‚Compact‘-Redakteurs. Wir hätten auch nie eine Genehmigung für diese Fotos erteilt“, stellen sie klar. Sie fordern die Entfernung der Bilder aus dem Internet und behalten sich rechtliche Schritte vor. Das Video wurde von „Compact TV“ veröffentlicht, dem YouTube-Kanal des gleichnamigen rechtsextremen Magazins.
„Proschwitz ist ein Ort des Genusses und der Kultur, und wir werden nicht zulassen, dass dieser Ort für parteipolitische Zwecke missbraucht wird“, sagte Georg Prinz zur Lippe. Das Weingut sei ein weltoffenes, international renommiertes Unternehmen mit internationaler Belegschaft.
Ein Sprecher der AfD Sachsen erklärte auf Anfrage der „Bild“: „Das ist allein Sache des Kreisverbandes Meißen. Insofern können wir dazu nichts sagen.“
Nach Einschätzung der Weingutsbesitzer handelt es sich bei diesem Vorgehen um eine neue Wahlkampftaktik, bei der sich die Partei als Trittbrettfahrer betätige und versuche, vom guten Ruf von Institutionen oder Unternehmen zu profitieren.
