Juli 14, 2026 10:36 a.m. CEST

Mögliche Schutzwirkung

Kann dieser Konsum Darmkrebs vorbeugen?


14.07.2026 – 08:57 UhrLesedauer: 2 Min.

Frühstückszubereitung (Symbolbild): Der Lebensstil einschließlich der Ernährungsweise gilt als mitentscheidend für das Darmkrebsrisiko. (Quelle: demaerre/getty-images-bilder)

Zur allgemeinen Darmkrebsvorsorge gibt es viele Empfehlungen. Laut einer neuen Studie können womöglich auch Joghurt, Prä- und Probiotika das Risiko senken.

Eine Analyse von Gesundheitsdaten aus den USA hat ergeben: Wer regelmäßig Joghurt, Präbiotika oder Probiotika zu sich nimmt, erkrankt deutlich seltener an Darmkrebs als Menschen, die darauf verzichten. Ob Joghurt und Co. tatsächlich vor Darmkrebs schützen, lässt sich aus dem Ergebnis allerdings nicht ableiten.

Schon gewusst?

Präbiotika sind bestimmte Ballaststoffe, die den nützlichen Darmbakterien als Nahrung dienen und dadurch deren Vermehrung fördern. Sie sind in Gemüse, Obst und Getreide enthalten. Probiotika sind lebende Bakterien, die im Darm ein saures Milieu erzeugen und dadurch schädliche Bakterien eindämmen. Sie kommen natürlicherweise in fermentierten Lebensmitteln wie Joghurt und Sauerkraut vor.

Darmkrebs und Darmflora

Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland. Für gewöhnlich lässt sich die Erkrankung nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen. Bestimmte Faktoren können aber das Risiko erhöhen, darunter erbliche, Umwelt- und Ernährungseinflüsse. Dabei mehren sich die Hinweise, dass auch die Darmflora bei der Entstehung von Darmkrebs eine Rolle spielen könnte.

Probiotika, Präbiotika und fermentierte Lebensmittel wie Joghurt sind dafür bekannt, das mikrobielle Gleichgewicht im Darm zu fördern. Möglicherweise könnten sie somit auch das Darmkrebsrisiko senken. Forscher aus Taiwan wollten daher den Zusammenhang zwischen deren Verzehr und der Darmkrebshäufigkeit bei Erwachsenen ab 50 Jahren untersuchen.

Auffälliger Zusammenhang

In die Untersuchung flossen die Gesundheitsdaten von 9.405 Erwachsenen ein, die aus einer großen US-Gesundheitsbefragung stammten. Die Forscher verglichen Menschen, die laut eigenen Angaben in den letzten 30 Tagen vor der Befragung Joghurt, Präbiotika oder Probiotika verzehrt hatten, mit solchen ohne entsprechenden Konsum.

Dabei zeigte sich: Die Konsumgruppe wies in ihrer Vorgeschichte nur etwa halb so häufig eine Darmkrebserkrankung auf wie die Vergleichsgruppe. Dieser deutliche Zusammenhang blieb auch bestehen, nachdem unter anderem Alter, Geschlecht, Körpergewicht, Rauchverhalten und Ballaststoffzufuhr berücksichtigt worden waren.

Kein Beweis für eine Schutzwirkung

Dieses Ergebnis klingt vielversprechend. Es bedeutet aber nicht, dass Joghurt, Präbiotika oder Probiotika direkt vor Darmkrebs schützen. Denn die Untersuchung liefert nur eine Momentaufnahme, die auf Zusammenhänge hinweisen, aber keine Ursache-Wirkungs-Beziehungen nachweisen kann.

Hinzu kommt, dass die Mitglieder der Konsumgruppe insgesamt gesünder lebten: Sie rauchten seltener, waren seltener übergewichtig und nahmen mehr Ballaststoffe zu sich. Auch Unterschiede bei Bildung und Einkommen könnten das Ergebnis beeinflusst haben. Deshalb lässt sich nicht sicher sagen, ob der beobachtete Effekt tatsächlich auf den Konsum von Joghurt und Co. zurückgeht.

Aktie.
Die mobile Version verlassen