Studie zu Lebensmittelpreisen
Wie fallende Butterpreise die Börse treiben
27.09.2025 – 10:15 UhrLesedauer: 3 Min.
Die Europäische Zentralbank hat die Lebensmittelpreise untersucht. Das Ergebnis: Deutschland liegt beim Preisanstieg im EU-Mittelfeld. Und die Butterpreise wirken sich auf Wahlergebnisse und Börsenkurse aus.
Das Gefühl kennen alle: Hohe Preise – nicht nur im Butterregal. Jetzt befassen sich Ökonomen mit der Preissteigerung im Supermarkt – nicht nur an der Ladenkasse.
Denn für viele ist der entscheidende Faktor für die Inflation: der Butterpreis. Zwar machen die Kosten für die Butter nur 1,8 Promille des Warenkorbs aus, der in der Statistik herangezogen wird, um die Inflation zu ermitteln. Aber der Griff ins Kühlregal erfolgt so oft, dass der Butterpreis für viele die gefühlte Inflation bestimmt. Von „Eckpreis“ sprechen Forscher, Alltagskosten wie Benzin oder Butter, die das Preisgefühl des einzelnen bestimmen.
Jetzt beginnt sich auch die Wirtschaftswissenschaft mit dem Phänomen der Lebensmittelpreise zu befassen. Ökonomen der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt haben die Bedeutung der steigenden Preise von Butter, Kaffee und Olivenöl untersucht. „When groceries bite: the role of food prices for inflation in the Euro Area”, heißt ihre Studie. Übersetzt: Wenn Lebensmittel schmerzen: Die Bedeutung der Lebensmittelpreise für die Inflation in der Eurozone.
Drei Ergebnisse heben sie bei ihrer Arbeit hervor:
Derzeit entspannt sich die preisliche Lage an der Lebensmittelkasse etwas. Die Rekordernte drückt den Kartoffelpreis. Auch der Butterpreis fällt. Die französische Bank BNP Paribas stimmt das optimistisch – nicht nur wegen der Inflation. Die Banker aus Frankreich haben einen Zusammenhang zwischen Butterpreis und Börsenentwicklung ermittelt.
Butter sei ein „Eckpreisartikel“, da er bei den Verbrauchern erheblich zur Wahrnehmung der Inflation beitrage, heißt es in der Analyse.
Im Klartext: Butter bestimmt bei der Inflation das Bewusstsein. Und das hat Folgen. „Ist die Butter günstig, hat der Verbraucher gute Laune und ist zu weiteren Ausgaben animiert – ist der Butterpreis jedoch hoch, überwiegt die schlechte Laune.“
Die Stimmung schlägt sich auch an den Börsen nieder. Fallende Butterpreise treiben die Aktienkurse.















