Teure Anschlussfinanzierung
So sichern Sie Ihr Eigenheim trotz steigender Zinsen
16.09.2025 – 12:04 UhrLesedauer: 3 Min.
Die Zeit der billigen Kredite ist vorbei. Und das trifft Eigenheimbesitzer besonders hart. Wie Sie sich jetzt vor der teuren Anschlussfinanzierung schützen können.
Viele Immobilienbesitzer stehen in den kommenden Jahren vor einer finanziellen Bewährungsprobe. Läuft die Zinsbindung ihres Kredits aus, kann die Anschlussfinanzierung deutlich teurer werden. Darauf weist die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (VZSH) hin.
Seit Mitte 2022 sind die Bauzinsen stark gestiegen und liegen inzwischen meist zwischen drei und vier Prozent – nach Jahren, in denen viele Haushalte Darlehen mit weniger als einem Prozent Zinsen abgeschlossen haben. Für Eigentümer bedeutet das oft eine Verdopplung der Zinslast. Die VZSH erklärt, was Immobilienbesitzer in dieser Situation tun können.
„Viele Verbraucherinnen und Verbraucher staunen, wenn sie die konkreten Zahlen vorgelegt bekommen“, sagt Michael Herte, Finanzexperte der VZSH. „Aus ehemals 1,5 Prozent Zinsen sind mittlerweile teils mehr als 3,5 Prozent geworden. Das verdoppelt in vielen Fällen die Zinslast und erhöht die monatliche Rate erheblich.“ Wer während der bisherigen Zinsbindung nicht schon einen großen Teil des Darlehens getilgt habe, müsse sich auf deutlich höhere monatliche Raten einstellen, so Herte.
Die gestiegenen Annuitäten treffen häufig auf stagnierende Einkommen und höhere Lebenshaltungskosten. Besonders Familien geraten dadurch unter Druck, etwa wenn ein Elternteil wegen Kinderbetreuung in Teilzeit arbeitet und das Haushaltsbudget ohnehin durch die Inflation belastet ist. Die Kombination aus höheren Zinsen, gleichbleibendem Einkommen und steigenden Ausgaben kann zu finanziellen Engpässen führen.
Umso wichtiger ist es, rechtzeitig zu handeln. Die VZSH rät, spätestens sechs Monate vor Ablauf der Sollzinsbindung die Möglichkeiten einer Anschlussfinanzierung zu prüfen. Dazu gehören Forward-Darlehen, Prolongationen (Verlängerung des bestehenden Darlehens) oder eine Umschuldung.
Mit einem Forward-Darlehen können Sie sich beispielsweise bereits heute die Konditionen für eine Anschlussfinanzierung in der Zukunft sichern. Sie vereinbaren also jetzt den Zinssatz für ein Darlehen, das erst nach Ablauf Ihrer aktuellen Zinsbindung ausgezahlt wird.
Finanzexperte Michael Herte zufolge ist eine ehrliche Bestandsaufnahme ebenso entscheidend: Reichen Einkommen und Rücklagen, um die künftig höhere Rate langfristig zu tragen? Muss die Tilgung angepasst oder die Laufzeit verlängert werden?
„In manchen Fällen ist eine grundlegende Umstrukturierung der Finanzierung unvermeidlich“, so Herte. Wenn klar wird, dass die Immobilie dauerhaft nicht mehr finanzierbar ist, rät er zu einem rechtzeitigen freien Verkauf. „Ein rechtzeitiger Verkauf ist fast immer die bessere Alternative zur Zwangsversteigerung.“
Wer sich unsicher fühlt, sollte nicht zögern, professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Ihre bestehende Bank ist oft der erste Ansprechpartner. Sie kann Angebote für eine Prolongation des bestehenden Darlehens machen und individuell auf Ihre bisherigen Zahlungsdaten eingehen.














