Dritte Jahreszeit
Fakten und Bauernregeln: Wann beginnt der Herbst?
Aktualisiert am 08.09.2025 – 12:56 UhrLesedauer: 3 Min.
Beim Herbstanfang wird zwischen meteorologischem, kalendarischem und phänologischem Herbst unterschieden. Was bedeuten sie und welche Bauernregeln gibt es?
Sowohl der 1. als auch der 22. beziehungsweise 23. September gelten als Zeitpunkt für den Herbstanfang – zumindest auf der Nordhalbkugel. Worin besteht der Unterschied zwischen diesen Tagen?
Kalendarisch und astronomisch – beide Begriffe stehen für den offiziellen Beginn der 3. Jahreszeit. Astronomischer Herbstanfang ist aber aus wissenschaftlicher Sicht die korrekte Bezeichnung. Der Zeitpunkt des Herbstanfangs richtet sich nämlich nach dem astronomischen Zeitpunkt, wenn die Sonne genau senkrecht über dem Äquator steht.
Terminiert wird der astronomische Herbstanfang nach der sogenannten Tag-und-Nacht-Gleiche. Der Fachausdruck hierfür lautet Äquinoktium. Die Tag-und-Nacht-Gleiche beschreibt die zwei Tage im Jahr, an denen Tag und Nacht gleich lang sind.
Dieses Ereignis läutet sowohl den astronomischen Frühling als auch den astronomischen Herbst ein. Somit beginnt der astronomische Herbst am 22. September um 14.43 Uhr. Pünktlich zum Herbstanfang gibt es dann auch ein Google Doodle.
Der meteorologische Herbstanfang findet jedes Jahr am 1. September statt. Festgelegt wurde dieses Datum von der Weltorganisation der Meteorologie, einer Unterorganisation der UN. Warum? Damit die erfassten Klimadaten in einheitlichen Zeiträumen verglichen und analysiert werden können. Dies wäre beispielsweise beim astronomischen Herbstanfang nicht möglich.
Der meteorologische Herbst umfasst immer die Monate September, Oktober und November. Doch worin unterscheidet sich der meteorologische vom kalendarischen und astronomischen Herbstbeginn?
Als Letztes gibt es noch den weniger bekannten phänologischen Herbstanfang. Dieser richtet sich nach den Phänomenen in der Natur. Unterteilt wird der phänologische Herbstanfang in die Phasen Frühherbst, Vollherbst und Spätherbst.
Der Beginn des Frühherbsts wird laut dem digitalen Portal „Stilkunst“ durch die Fruchtreife des Schwarzen Holunders und der Kornelkirsche eingeläutet. Der Vollherbst beginnt mit der Fruchtreife der Stieleiche und der Rosskastanie. Blattverfärbung der Stieleiche und Blattfall der Eberesche sind Anzeichen für den Spätherbst.
Scheint die Sonne, können die grünen Blätter Nährstoffe für den Baum produzieren (Photosynthese). Im Herbst sinkt die Anzahl der Sonnenstunden deutlich. Somit können die Blätter auch weniger Nährstoffe produzieren. Da das Gewächs über die Sommertage seinen Nährstoffspeicher aufgefüllt hat, braucht es die Blätter nicht mehr.
Darüber hinaus stellen die Blätter im Winter ein erhöhtes Risiko für einige Pflanzen dar: Im Sommer verdunstet über ihrer Oberfläche Wasser. Friert es im Winter, kann dies zu Frostschäden an Blättern und Ästen führen.
Zudem kann sich auf den Blättern Schnee ablagern. Durch das hohe Gewicht (Schneelast) können die Äste brechen und dem Baum schwere Schäden zufügen, die in der kalten Jahreszeit nicht oder nur sehr schwer zuwachsen. Um sich selbst zu schützen, wirft der Baum seine Blätter ab. Dieser Vorgang hat einen weiteren Effekt: Das Laub um den Baum herum schützt seine Wurzeln vor Bodenfrost.














