Debatte im Netz
Pedro Pascal, der Vater des Internets
Aktualisiert am 31.08.2025 – 15:11 UhrLesedauer: 3 Min.
Pedro Pascal gilt als der „Daddy des Internets“, der traditionelle Vorstellungen von Männlichkeit infrage stellt. Der Schauspieler steht für die sogenannte „Tonic Masculinity“ – aber was heißt das?
Sein Gesicht schmückt unzählige Memes im Internet, T-Shirts, Duftkerzen und Kinoleinwände. Seit Jahren gilt Pedro Pascal nicht nur als erfolgreicher Schauspieler, sondern auch als popkulturelles Phänomen, das für eine neue Form von Männlichkeit steht: „Tonic Masculinity“.
„Tonic Masculinity“ ist kein wissenschaftlicher Begriff und kann als anregende oder stärkende Männlichkeit übersetzt werden. Doch was genau steckt dahinter? Wie hinterfragt dieses Konzept von Männlichkeit bisherige Männlichkeitsideale, und kann es aus Männern „bessere Männer“ machen?
In einem Interview konfrontierte eine Journalistin Pascal mit Kommentaren von Fans, die in ihm ihren „Daddy“ sehen. Pedro Pascal schmunzelte und antwortete dann mit Blick in die Kamera: „Ja, ich bin dein cooler, schlampiger Vater.“ Diese Situation ist nur eine von vielen, in denen der Schauspieler zeigt, dass er sich selbst nicht zu ernst nimmt und mit „Dad-Jokes“ auf den Humor seiner Fans eingeht.
Der Begriff „Daddy“ findet sich auch in der Gay Culture und bezeichnet dort vor allem ältere Männer, die als fürsorglich, wortgewandt und erfahren wahrgenommen werden. Zwar hat der 50-jährige Pascal selbst keine Kinder, aber seine Rollen als Schauspieler entsprechen diesen Vatervorstellungen, etwa in „The Last of Us“ oder „The Mandalorian“. „Daddys“ als fürsorgliche Vaterfiguren sind also – unabhängig davon, ob sie Kinder haben oder nicht – Teil der Vorstellungen von einer gestärkten Männlichkeit.
„Tonic Masculinity“ stellt den Mann zudem nicht mehr hierarchisch über die Frau. Vielmehr unterstützen sich in diesem Trend beide gegenseitig auf fürsorgliche Art und Weise. Diese Form von Männlichkeit zeichnet sich auch dadurch aus, dass sie einen Gegenentwurf zur sogenannten toxischen Maskulinität bildet. Während toxische Männlichkeit darin besteht, möglichst wenig Schwäche und Gefühle zu zeigen, sich an traditionellen Geschlechterrollen und dem Körperideal des starken, muskulösen Mannes orientiert, vermitteln Pedro Pascal und die „Tonic Masculinity“ ein anderes Bild.
„Tonic Masculinity“ lässt es zu, dass Männer sich nicht nur eigene Schwächen eingestehen dürfen, sondern diese auch kommunizieren, dass sie sich Hilfe suchen und annehmen können. Entgegen toxischer Vorstellungen wird Männlichkeit nach dem Modell der „Tonic Masculinity“ folglich nicht gestärkt, indem sich Männer gegen Gefühle wie Angst sträuben. Vielmehr darf ein „Daddy“ Dinge auch nicht wissen oder können, ein Mann darf scheitern, er darf Emotionen und Ängste äußern, Nähe zulassen.















