„Teilweise konnte ich nicht mal aufstehen“
Simone Ballack spricht über Leben nach dem Tod ihres Sohnes
08.11.2026 – 16:06 UhrLesedauer: 2 Min.
Emilio Ballack starb im August 2021 mit 18 Jahren. Nun erzählt seine Mutter Simone, wie sie danach wieder ins Leben zurückfand – und wo sie heute steht.
Simone Ballack hat in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung über die Zeit nach dem Tod ihres Sohnes Emilio gesprochen. Emilio Ballack starb im August 2021 bei einem Unfall in Portugal. Er wurde 18 Jahre alt.
Nach ihren Schilderungen sei in den ersten Monaten nach dem Verlust vieles zum Stillstand gekommen. „Teilweise konnte ich gar nichts, nicht mal aufstehen“, erinnerte sie sich an diese Phase. Irgendwann habe sie bewusst entschieden, wieder in den Alltag zurückzufinden. Dabei hätten auch ihre beiden anderen Söhne Louis, 25, und Jordi, 21, eine Rolle gespielt. „Ich möchte nicht, dass meine Söhne sich um mich Sorgen machen müssen“, sagte Simone Ballack.
Schwierige Phasen bleiben dennoch. „Es gibt Tage, da könnte ich Rotz und Wasser heulen“, gesteht Ballack. Meist passiert das, wenn sie allein ist. „Dann bin ich so mit mir, und dann kommen der Schmerz und die Sehnsucht nach meinem Kind auch mal raus. Ich glaube, das ist auch gut.“
Simone Ballack: „Dieses Verschweigen wäre viel schlimmer“
Emilio bleibe in der Familie weiterhin präsent, berichtete sie weiter. An seinem Geburtstag stoßen die Angehörigen demnach auf ihn an, beim Oktoberfest stehe in einer Bar eine Flasche mit seinem Namen im Regal, und auch an Weihnachten werde seiner gedacht. „Dieses Verschweigen wäre viel schlimmer und schmerzhafter“, sagte sie.
Rückblickend erzählte sie auch von Emilios 18. Geburtstag. Trotz kritischer Stimmen habe sie ihm während der Corona-Pandemie eine große Feier ausgerichtet. Einen Monat später, kurz vor seinem 19. Geburtstag, sei er gestorben.

Vor rund drei Jahren habe sie ihren Lebensmittelpunkt teilweise nach Italien verlegt. Sie habe München hinter sich lassen wollen und zunächst bei der Renovierung eines Hotels am Gardasee geholfen. Dort habe sie ihren heutigen Partner Gabriele Terzi, 65, kennengelernt, dem ein Boutiquehotel in Gargnano gehöre.
Inzwischen lebe sie abwechselnd in Starnberg und am Gardasee und unterstütze Terzi bei organisatorischen Aufgaben und Umbauten. „Ich will frei sein. Freiheit ist kostbar für mich“, sagte Simone Ballack. Eine feste Anstellung strebe sie nicht an.
Nach ihrem Glück gefragt, antwortete sie: „Ich mache es mir glücklich.“ Aus ihren bisherigen Erfahrungen habe sie vor allem einen Schluss gezogen: „Nichts mehr verschieben.“













