Ilse Aigner als Bundespräsidentin
Linke kritisiert Entscheidung – SPD-Chef kündigt Unterstützung an
Aktualisiert am 06.11.2026 – 20:29 UhrLesedauer: 2 Min.
Alles deutet darauf hin, dass die Union Ilse Aigner für das Amt der Bundespräsidentin nominieren wird. Die Reaktionen aus anderen Parteien fallen gemischt aus.
Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek hat die sich abzeichnende Nominierung der CSU-Politikerin Ilse Aigner für das Amt der Bundespräsidentin kritisiert. „Sinnvoller wäre es gewesen, eine überparteiliche Kandidatur anzubieten, von der sich breite Teile der Bevölkerung repräsentiert fühlen“, sagte sie der „Augsburger Allgemeinen“.
„Dass das Amt des Bundespräsidenten immer wieder als Versorgungsposten zwischen den Unionsparteien und der SPD hin und hergeschoben wird, wird der Rolle dieses Amtes nicht gerecht“, fügte sie hinzu. „Insbesondere nicht, wenn man etwas gegen die immer weiter um sich greifende Unzufriedenheit mit Parteien und Politik tun möchte.“
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SPD-Chef Lars Klingbeil kündigte derweil Unterstützung für eine Kandidatur von Aigner an. „Wenn das Präsidium sich dann auch offiziell durchringt in der Union am Montag, dass man Ilse Aigner vorschlägt, dann kann ich nur für die SPD sagen, dann würden wir das begrüßen und unterstützen“, sagte Parteichef Lars Klingbeil bei einem finanzpolitischen Jugenddialog in Berlin.
Aigner habe „eine wahnsinnig integrative Kraft“, die Deutschland gerade in diesen Zeiten brauche. „Die ist eine sehr volksnahe Politikerin, die redet mit den Menschen auf Augenhöhe, das ist total wichtig“, sagte Klingbeil.
Grüne für Frau als Bundespräsidentin
Auch die Grünen zeigen sich offen für Aigner. „Ilse Aigner schätzen wir. Sie ist in ihren bisherigen politischen Ämtern stets nahbar und zugewandt aufgetreten“, sagte Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Wir Grünen halten es für angemessen und richtig, dass erstmals nach 75 Jahren eine Frau das höchste Amt im Staat bekleidet“, erklärte Haßelmann. „Die Zeit ist reif dafür.“ Es brauche in diesen Zeiten ein Staatsoberhaupt, das das Land zusammenführen könne.
„Eine zugewandte und empathische Persönlichkeit, die Menschen verbindet und keinen Zweifel daran lässt, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt oberste Priorität hat“, so Haßelmann. „Ein Staatsoberhaupt, das mit klarem Kompass unmissverständlich für den Schutz unserer Demokratie eintritt.“
In der CDU-Führung besteht Einigkeit darüber, dass die CSU-Politikerin und bayerische Landtagspräsidentin Bundespräsidentin werden soll. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat Klingbeil bereits zu Beginn der Woche mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) über die Personalie gesprochen und sich dabei klar für Aigner ausgesprochen.















