Angst vor weiteren Angriffen
Mutter und Tochter von Bär getötet
05.11.2026 – 09:04 UhrLesedauer: 3 Min.
Eine Mutter und ihre Tochter verschwinden in Kanada spurlos. Dann entdecken Einsatzkräfte ihre Leichen. Nach einem ähnlichen Vorfall im vergangenen Jahr wächst in der Region die Sorge.
Eine Mutter und ihre Tochter sind in Kanada offenbar von einem Grizzlybären getötet worden. Einsatzkräfte fanden die Leichen der 48- und 20-Jährigen nahe Bella Coola in der westkanadischen Provinz British Columbia. Die Naturschutzbehörde geht von einem tödlichen Bärenangriff aus.
Angehörige hatten die beiden Frauen als vermisst gemeldet. Zunächst fanden die Einsatzkräfte die Mutter, später rund 150 Meter entfernt ihre Tochter. Das mutmaßlich verantwortliche Tier wurde bislang nicht gefunden. „Wir versuchen weiterhin, den Bären zu finden, der für den Angriff verantwortlich sein könnte“, sagte Inspektor Jeff Tyre von der Naturschutzbehörde am Mittwoch (Ortszeit). Auch über Nacht aufgestellte Fallen blieben leer.
- Russland: Bär zerfleischt Camperin im Altai-Gebirge
- Bär gesichtet in Allgäu: Behörden warnen Wanderer vor Wildtier
Die Behörden warnten eindringlich davor, das Gebiet um den Wanderweg Snooka West Trail zu betreten. In der Region leben zahlreiche Grizzlybären, zuletzt wurden weitere Tiere gesichtet. Sollten Bären gefangen werden, wollen die Einsatzkräfte prüfen, ob sie an dem Angriff beteiligt waren. Verantwortliche Tiere sollen zum Schutz der Bevölkerung getötet, unbeteiligte wieder freigelassen werden.
Getötete Mutter war erst kürzlich zugezogen
Der Bruder der 48-Jährigen beschrieb seine Schwester gegenüber dem kanadischen Sender CTV News als „unglaublich stark“. Sie habe bereits an abgelegenen Orten gelebt, darunter im US-Bundesstaat Alaska, und sei erst vor wenigen Monaten nach Bella Coola gezogen. Nachdem die Familie keinen Kontakt mehr zu ihr gehabt habe, habe er am Wochenende die Polizei gebeten, nach ihr zu sehen.
Die Frau arbeitete seit August als Schulberaterin in der Gemeinde. Die örtliche Lehrergewerkschaft zeigte sich tief betroffen. Obwohl sie erst kurze Zeit an der Schule tätig gewesen sei, habe sie mit ihrer Fürsorge und ihrem Einsatz für die Schüler einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Erinnerungen in Kanada an Bärenangriff auf Schulkinder
Der Tod der beiden Frauen weckt in Bella Coola Erinnerungen an einen weiteren Grizzlyangriff: Vor knapp einem Jahr hatte ein Bär in der Nähe mehrere Schulkinder und Lehrkräfte attackiert. Das Tier wurde nie gefunden.
Ob derselbe Bär nun auch für den Tod der beiden Frauen verantwortlich sein könnte, ist laut Tyre völlig offen. Für die indigene Gemeinschaft der Nuxalk Nation ist der erneute Vorfall besonders belastend. Die Menschen hätten den Angriff vom vergangenen Jahr noch nicht verarbeitet, erklärte Verwaltungsleiter Terry Webber. Die Nuxalk Nation empfiehlt ihren Mitgliedern deshalb, sich ab 20 Uhr nicht mehr im Freien aufzuhalten.















