Neue Wochenauswertung
Spritpreise sinken teils unter bedeutsame Marke
04.11.2026 – 12:28 UhrLesedauer: 3 Min.
Super E10 rutscht zeitweise unter die Marke von zwei Euro, Diesel bleibt deutlich teurer. Zugleich wird in Berlin weiter über einen möglichen Eingriff beim Spritpreis gestritten.
Die Preise an den Tankstellen geben nach. Nach aktuellen Zahlen des ADAC kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt 2,041 Euro. Das sind 4,3 Cent weniger als in der Vorwoche. Diesel verbilligte sich demnach um 2,9 Cent auf durchschnittlich 2,260 Euro je Liter.
Ein Grund für die Entspannung ist der Ölpreis. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete zum Handelsschluss am Dienstag rund 104 US-Dollar und damit etwa zehn US-Dollar weniger als eine Woche zuvor. Aus Sicht des ADAC sollte sich dieser Rückgang weiter an den Zapfsäulen bemerkbar machen. Zwar seien die Kraftstoffpreise bereits gesunken, angesichts der Entwicklung beim Rohöl seien aber weitere Preisrückgänge möglich.
Vor allem Diesel bleibt jedoch teuer. Der Abstand zu Super E10 liegt laut ADAC weiterhin bei knapp 22 Cent je Liter. Beim Benzin zeigt sich dagegen zeitweise eine psychologisch wichtige Marke: Im Tagesverlauf fällt der bundesweite Durchschnittspreis für Super E10 kurz vor der täglichen Preiserhöhung um 12 Uhr bereits unter zwei Euro je Liter.
Wann Tanken günstiger ist
Der ADAC empfiehlt Autofahrerinnen und Autofahrern deshalb, nach Möglichkeit kurz vor 12 Uhr zu tanken. Zu diesem Zeitpunkt seien die Spritpreise im Tagesverlauf meist am niedrigsten.
Allerdings sagt der bundesweite Durchschnitt nur begrenzt etwas darüber aus, was an der einzelnen Tankstelle tatsächlich verlangt wird. Die Preise können je nach Uhrzeit, Anbieter und Region deutlich schwanken. Laut dem Spritpreisportal Tankerkönig waren die Preise für Super E10 am späten Mittwochvormittag im Nordwesten Deutschlands tendenziell höher als im Rest des Landes. Bei Diesel lagen sie demnach vor allem im Süden und Westen höher.
Für Autofahrer heißt das: Wer Preise vergleicht, kann nicht nur zwischen verschiedenen Tageszeiten, sondern auch zwischen nahe gelegenen Tankstellen Unterschiede feststellen. Gerade bei Diesel können regionale Abweichungen ins Gewicht fallen.
Preisdeckel bleibt politisches Thema
Während die Preise derzeit sinken, läuft in Berlin angesichts steigender Lebenshaltungskosten die Debatte über mögliche Entlastungen weiter. Bundeskanzler Friedrich Merz stellte bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer in Berlin eine Senkung der Stromsteuer für alle in Aussicht. Die Beratungen dazu seien in der Schlussphase. „Ich hoffe, dass wir das hinkriegen“, sagte der CDU-Chef laut Nachrichtenagentur dpa.
Merz machte zugleich deutlich, dass die Stromsteuer Vorrang hat. Das habe für ihn „eine gewisse Priorität vor anderen energiepolitischen Maßnahmen“, sagte er mit Blick auf eine mögliche Spritpreisbremse, einen Preisdeckel oder ähnliche Modelle.
Unionsfraktionschef Thorsten Frei sagte, die Union stehe weiter zur Koalitionsvereinbarung, einen Spritpreisdeckel einzuführen. Allerdings müsse ein solches Instrument mehrere Bedingungen erfüllen. Es dürfe nicht dazu führen, „dass es den Sprit eben dann in Deutschland nicht mehr gibt, sondern in anderen Ländern, weil er dort eben zu anderen Preisen angeboten werden kann“, sagte Frei. Auch die Auswirkungen auf die elf deutschen Raffinerien müssten berücksichtigt werden.
Branche warnt vor höheren Preisen im kommenden Jahr
Neben der aktuellen Entlastung und der politischen Debatte rückt bereits der Jahreswechsel 2026/2027 in den Blick. Carsten Müller, Chef des Bundesverbands freier Tankstellen, rechnet deshalb mit deutlich höheren Preisen.












