Leser verraten ihr Trinkgeld-Verhalten
„Wer mich ignoriert, geht leer aus“
Aktualisiert am 03.11.2026 – 11:03 UhrLesedauer: 3 Min.
Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern ist in Deutschland Trinkgeld in Rechnungen in der Regel nicht eingepreist und muss extra gegeben werden. t-online-Leser verraten, unter welchen Umständen sie es gönnen.
Ob für Reinigungskräfte in Hotels, Essensboten an der Haustür oder Servicekräfte in Bars: In einigen Bereichen ist es möglich, ja teils sogar zum guten Ton gehörend, Mitarbeitern Trinkgeld zu geben.
Besonders im gastronomischen Gewerbe ist es üblich, dass die Kunden den Kellnern Geld hinzugeben, das über den eigentlichen Rechnungsbetrag hinausgeht. Wie gehen t-online-Leser mit Trinkgeldern um?
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„Gebe gern Trinkgeld für besonders gute Bedienung“
Friedrich schreibt: „Ich gebe gern ein Trinkgeld für eine besonders gute Bedienung. Dieses leiste ich in bar und direkt an die Person. Wenn mir aber jemand spät die Speisekarte bringt, die bestellten Getränke und Speisen einfach hinstellt und man sich für die Begleichung der Rechnung wiederholt bemerkbar machen muss, ist das keine besondere Leistung und wird von mir auch mit keinem Trinkgeld belohnt.“
„Wenn ich Trinkgeld gebe, drücke ich damit meine Wertschätzung für den guten Service und die mir entgegengebrachte Aufmerksamkeit aus“, verrät Petra Bosbach. „Eine aufmerksame Bedienung bekommt von mir immer mindestens zehn Prozent. Wer mich ignoriert, geht entsprechend leer aus. So weiß das Personal, bei ehrlicher Reflexion seiner Leistung, was es an seinem Verhalten gegenüber dem Gast ändern sollte.“
Im Video | Straßenumfrage: Wie viel Trinkgeld geben Sie?
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Thomas Handt sagt: „Trinkgeld ist bei mir von entscheidenden Faktoren abhängig: der Freundlichkeit und Professionalität der Bedienung, der Qualität und dem Geschmack, sowie dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei einem guten Essen in angenehmer Atmosphäre rechne ich mit zehn Prozent Trinkgeld oder maximal 50 Euro. Sollte es mir nicht gefallen haben, erfolgt eine Reduzierung auf null Prozent.“
„In der ersten Hälfte der Fünfzigerjahre wuchs ich mit meinem Vater auf, der damals entsprechend seiner ursprünglichen Berufsausbildung in der Gastronomie arbeitete“, erzählt Heiner Flick. „Deshalb wurde ich quasi mit Trinkgeldern groß. Daher ist es mir selbstverständlich, selbst Trinkgeld zu geben. Es liegt generell um die zehn Prozent. Das geht mit Bargeld einfacher, weil es leicht aufzurunden ist.“
„Das ist für mich aggressive Bettelei“
Seit wenigen Jahren immer häufiger zu beobachten sind auf Kartenlesegeräten ausgewiesene Trinkgeldoptionen. Mehr als die Hälfte der Gäste ist damit unzufrieden, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Knapp ein Drittel hält es hingegen für gut. Zu Ersteren gehört Michael Kutzner, der mailt: „Trinkgeldforderung per digitaler Bezahlung ist für mich aggressive Bettelei. Ein Laden, der so etwas macht, sieht mich nie wieder und mein Kommentar ist dann auf Bewertungsplattformen im Internet zu finden.“














