Proteste und Krawall
„Die Politik vernachlässigt die junge Generation“
Aktualisiert am 01.11.2026 – 15:56 UhrLesedauer: 3 Min.
Nach den Krawallen in vielen deutschen Städten gibt es scharfe Kritik aus der Politik. Doch andere Stimmen verteidigen die Anliegen der „Gen Z“-Proteste.
Nach den bundesweiten Protesten junger Menschen hat der Vorsitzende der CDU-Nachwuchsorganisation Junge Union, Johannes Winkel, die eigene Partei kritisiert. „Die Politik vernachlässigt die junge Generation“, sagte er der Zeitung „Augsburger Allgemeinen“. Dies sei „nicht nur ein diffuses Gefühl, sondern Fakt“. Die Regierung aus CDU/CSU und SPD müsse zeigen, dass sie deren Anliegen ernst nehme und etwa das Rentensystem „generationengerecht“ reformieren.
Am Samstag waren zehntausende Menschen einem Demonstrationsaufruf der Initiative „GenZ regelt!“ gefolgt. Bei den Protesten ging es um Forderungen nach besserer Bildung und einem bezahlbareren Leben. Die Veranstalter selbst sprachen von etwa 120.000 Teilnehmern. Nach größtenteils friedlichen Kundgebungen kam es in mehreren Städten zu Ausschreitungen, insbesondere in Frankfurt am Main. Dort wurden laut Polizei Geschäfte geplündert.
Ähnlich wie Winkel hatte sich zuvor bereits Kevin Gniosdorz geäußert, Chef der Jungen Union in Nordrhein-Westfalen. Gniosdorz forderte seine Partei auf, die Sorgen junger Menschen „ehrlich und emphatisch“ ernst zu nehmen. Auch müsse eine Volkspartei substanzielle Angebote für die betroffene Gruppe machen, selbst wenn man Protestform und Teile der Inhalte nicht unterstütze, so Gniosdorz. Er warnte die CDU davor, Fehler zu wiederholen, „die beispielsweise im Umgang mit Fridays for Future gemacht wurden“.
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„Auf diesen Landfriedensbruch müssen harte Strafen folgen“
Gniosdorz betonte, dass auch viele junge Leute, die nicht auf die Straße gingen, sich Sorgen um ihre Zukunft machten. „Der Achtzehnjährige, der samstags auf dem Fußballplatz steht oder bei der Freiwilligen Feuerwehr Dienst hat, demonstriert vielleicht nicht. Seine Sorgen sind aber dieselben.“ Jede Partei trage Verantwortung, „mit substanziellen Änderungen etwas für das Leben junger Menschen zu tun, statt mit Populismus und Effekthascherei.“
Grünen-Chefin Franziska Brantner forderte von der Bundesregierung ebenfalls, auf die Proteste zu „antworten“. Sie lobte die eigentlichen Demonstrationen am Samstag, verurteilte aber die anschließenden Ausschreitungen. „Gewalt schadet dem berechtigten Anliegen der vielen, die friedlich protestiert haben“, sagte Brantner der „Rheinischen Post“ vom Montag. „Wo es Ausschreitungen gab, verurteile ich das klar.“

Auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt verurteilte die Krawalle in mehreren Städten verurteilt. Er sieht bestimmte Gruppen als Urheber der Ausschreitungen. „Gewaltbereite linke Gruppen und Chaoten aus dem migrantischen Milieu haben gestern Abend die friedlichen Demonstrationen vom Nachmittag gekapert“, sagte der CSU-Politiker am Sonntag der „Bild“. „Die Randalierer und Plünderer werden identifiziert und zur Rechenschaft gezogen. Auf diesen Landfriedensbruch müssen harte Strafen folgen.“














