500 Menschen erwartet
„Gen-Z regelt“-Demos am Samstag auch in Dresden
31.10.2026 – 08:42 UhrLesedauer: 3 Min.
Eine Generation formiert sich: Auch in Dresden wird am Samstag protestiert. In Sachsen steht aber vor allem Leipzig im Blick der Sicherheitskräfte.
Der 31. Oktober soll bundesweit zu einem Tag des Jugendprotests werden – auch in Sachsen. So wird am Samstag unter anderem in Dresden zu Demonstrationen unter dem Motto „Gen Z regelt“ aufgerufen. Angesichts von Ausschreitungen wie zuletzt in Frankreich wurde vorab von verschiedenen Seiten vor Gewalt gewarnt. Die Polizei wird im Einsatz sein. Deutschlandweit sind Proteste in mehr als 30 Städten angekündigt, in Sachsen auch in Leipzig und Chemnitz.
Worum geht es bei den Demonstrationen?
Die lokalen Organisationsgruppen rücken in Dresden und Sachsen weitgehend die gleichen Themen in den Vordergrund: Es sei „Zeit für Widerstand“ gegen kaputte Schulen, eine mögliche Wehrpflicht, Preisexplosion, Sozialkürzung und Rechtsruck, heißt es in den Demoaufrufen, die über Social Media verbreitet werden.
Wer organisiert die Demonstrationen?
Zu den Protesten ruft die Gruppierung „Gen Z regelt“ auf. Welche konkreten Personen dahinterstecken, ist nicht öffentlich bekannt. Die Gruppierung schreibt auf ihrer Website, dass sie lediglich die Demonstrationen in Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt und München hauptverantwortlich betreue. In den übrigen Orten, darunter auch in den sächsischen Großstädten, hätten sich andere Organisationsstrukturen der Initiative „Gen Z regelt“ angeschlossen.
Eine lose Struktur sei für eine entstehende Protestbewegung typisch, sagte Jannis Julien Grimm vom Zentrum für interdisziplinäre Friedens- und Konfliktforschung der Freien Universität Berlin. „Gerade in frühen Mobilisierungsphasen entstehen Proteste häufig aus informellen Netzwerken, persönlichen Kontakten und digitalen Kommunikationsstrukturen.“
Wie groß werden die Proteste?
In Dresden werden laut Teilnehmerprognose der Organisatoren rund 500 Menschen erwartet, in Leipzig wurde die Zahl von ursprünglich 100 auf 2.500 hochgesetzt. In Chemnitz sind nach Angaben der Stadt 100 Menschen angemeldet.
Wie viele Menschen letztlich auf der Straße sein werden, lässt sich allerdings schwer abschätzen. Auf der Webseite von „Gen Z regelt“ haben in Dresden rund 4.700 Personen angekündigt, dabei sein zu wollen.
Wer unterstützt die Proteste offiziell?
Politisch werden die Jugendproteste bislang insbesondere von Linken und Grünen unterstützt. Ein von „Gen Z regelt“ verfasster offener Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wurde unter anderem von Linken-Chefin Heidi Reichinnek und der Grünen-Bundestagsabgeordneten Ricarda Lang unterzeichnet. Darin heißt es an den Kanzler gerichtet unter anderem: „Ihre Sparpolitik nimmt uns jede Hoffnung.“ Die Bildungsgewerkschaft GEW in Sachsen stellte sich hinter die Forderung junger Menschen nach guter Bildung.
Wie steht „Gen Z regelt“ zu Gewalt?
Auf ihrer bundesweiten Website schreibt die Initiative „Gen Z regelt“: „Unser Protest ist friedlich, ohne Ausnahme. Gewalt gegen Menschen oder Sachen widerspricht allem, wofür wir stehen. Nur friedlich können wir gemeinsam etwas erreichen.“ Zugleich heißt es in der Beschreibung des Leipziger Instagram-Accounts: „So kämpfen wie die Jugend in Frankreich!“
Wie bereiten sich die Sicherheitsbehörden vor?
Die Polizei wird die Proteste begleiten. Wie viele Beamte dabei im Einsatz sein werden, teilt sie vorab nicht mit. Den größten Einsatz wird es voraussichtlich in Leipzig geben. Weil die Lage dynamisch sei, werde die Einsatzplanung an die Notwendigkeiten angepasst, hieß es. Zugleich betonte die Leipziger Polizei, dass bisher keine Erkenntnisse vorlägen, die einen Vergleich mit den Verhältnissen in Frankreich zuließen.
Ähnlich äußert sich auf Anfrage auch der sächsische Verfassungsschutz: Momentan deute nichts darauf hin, dass es in Sachsen zu vergleichbaren gewalttätigen Ausschreitungen kommen könnte wie etwa in Frankreich.














