Seit 60 Jahren im Stau
Gardasee: Jetzt gibt es Hoffnung für Italiens engste Reiseroute
27.10.2026 – 14:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Wer in der Urlaubssaison mit dem Auto am Gardasee unterwegs ist, erlebt mindestens einen Stau auf der Westseite. Nun soll etwas passieren.
An Italiens beliebtestem See hat sich eine Straße zum Dauerproblem entwickelt. Die Gardesana Occidentale, offiziell die Staatsstraße SS 45, führt am Westufer des Gardasees von der Abzweigung Tormini bei Salò über Gargnano, Tignale und Tremosine bis nach Limone sul Garda an der Grenze zum Trentino. Auf weiten Strecken folgt sie noch dem Verlauf aus den Dreißigerjahren: schmal, kurvig, in Tunneln durch den Fels getrieben, mitten durch die Ortskerne. In der Urlaubssaison steht der Verkehr dort regelmäßig.
Dass das so nicht bleiben kann, ist keine neue Erkenntnis. Schon Anfang der Sechzigerjahre forderte die Vereinigung Asago eine Entlastungsstrecke, die den Verkehr abseits des Ufers durch das Hinterland führen sollte – als Direttissima von Tormini nach Arco. Der Entwurf von 1960 liegt heute im Staatsarchiv von Brescia. Gebaut wurde die Entlastungsroute nie. Nun bewegt sich etwas, wie mehrere italienische Zeitungen berichten.
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Tourismus in Zahlen
1990 zählte der Gardasee rund fünf Millionen Übernachtungen, 2025 waren es nach Daten der interregionalen Agentur Garda Unico fast 28 Millionen. Viele Besucher reisen mit dem Auto an.
Zeit „ist wirklich reif“
Der Regionalrat der Lombardei nahm am 21. Oktober einen Änderungsantrag des Lega-Politikers Floriano Massardi an, berichtet das Nachrichtenportal „primabrescia.it“. Damit werde eine Entlastungsstrecke zwischen Tormini und Limone in das regionale Programm für Mobilität und Verkehr aufgenommen und als strategische Option geprüft. Das wird allerdings Zeit brauchen, weiß Massardi und dämpft im Gespräch mit dem Nachrichtenportal die Erwartungen: „Wir sprechen nicht von einem schon festgelegten Bauwerk, sondern von einer konkreten Perspektive, an der man zu arbeiten beginnen kann.“
Parallel arbeitet die Verwaltungskörperschaft Comunità Montana Parco Alto Garda Bresciano an möglichen Streckenführungen. Ihr Präsident Franceschino Risatti sieht den Moment gekommen. Nach Jahrzehnten, in denen Alternativrouten durchgespielt wurden, ohne das Thema je konkret anzugehen, sei die Zeit „wirklich reif“, endlich ernsthaft nachzudenken.













