In Hauptstadtregion
Mutmaßlicher Russland-Spion festgenommen
Aktualisiert am 22.10.2026 – 13:51 UhrLesedauer: 2 Min.
Im Berliner Umland gelingt den Behörden eine Festnahme. Ein Spion im Dienst Russlands soll gefasst worden sein – was ihm vorgeworfen wird.
Ein mutmaßlicher Russland-Spion ist am Donnerstag in Brandenburg festgenommen worden. Die Person soll militärisch relevante Informationen weitergegeben haben, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Der ukrainische Staatsbürger Vadym Y. soll demnach etwa Erkenntnisse über die Produktion von Panzerfahrzeugen, Munition und Explosivstoffen gesammelt haben. Vorgeworfen wird ihm geheimdienstliche Agententätigkeit, so die Behörde.
Außerdem habe er Informationen über Personal und militärische Anlagen an Standorten zur Sicherung der Nato-Ostflanke gesammelt.
Kontakt kam wohl über Mittelsmann zustande
Einige Informationen waren den Angaben nach öffentlich zugänglich, für andere habe Y. gezielt Menschen aus der europäischen Rüstungsbranche „abgeschöpft“. Seit Juli 2025 soll er der Bundesanwaltschaft zufolge über einen Mittelsmann in Kontakt mit einem russischen Nachrichtendienst gestanden haben.
Der Festgenommene soll am Freitag einem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe vorgeführt werden, der über die Untersuchungshaft entscheidet. Hintergrund seien Erkenntnisse des Bundesamtes für Verfassungsschutz gewesen.
Mehrere Fälle mutmaßlicher Spionage in Deutschland
Im laufenden Jahr hat die Bundesanwaltschaft in Deutschland mehrere mutmaßliche Agenten ausländischer Geheimdienste festgenommen. Die Verdächtigen sollen vor allem für Russland tätig gewesen sein, aber auch für China und den Iran.
Den Auftakt machte im Januar eine Deutsch-Ukrainerin, die in Berlin festgenommen wurde. Sie soll für einen Geheimdienstmitarbeiter in der russischen Botschaft Informationen beschafft und ihm beim Aufbau von Kontakten geholfen haben. Mittlerweile hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen sie am Kammergericht Berlin erhoben.
In der ersten Jahreshälfte folgten weitere Festnahmen. Eine Rumänin und ein Ukrainer sollen laut Bundesanwaltschaft eine Person ausgespäht haben, die von Deutschland aus Drohnen und Bauteile in die Ukraine lieferte. Ein weiterer Verdächtiger soll einen in Deutschland lebenden früheren Kämpfer der ukrainischen Streitkräfte ausspioniert haben.
Spione sammeln nicht nur Informationen
Generalbundesanwalt Jens Rommel betonte im Juni, dass russische Spione nicht nur Informationen sammelten. „Vielmehr dürften Aktionen in der Regel zur Vorbereitung weiterer geheimdienstlicher Maßnahmen dienen – namentlich Sabotage oder womöglich sogar Angriffe auf ausgespähte Zielpersonen“, erklärte Rommel. Ziel scheine es oft zu sein, die deutsche Unterstützung für die Ukraine zu untergraben.
Im Mai ließ die Bundesanwaltschaft ein Ehepaar festnehmen, das für den chinesischen Geheimdienst an deutschen Hochschulen spioniert haben soll. Kurz darauf erhob die Behörde Anklage gegen einen Mann, der im Auftrag des Iran Juden und Freunde Israels für Mord- und Brandanschläge ausgespäht haben soll. Er wurde inzwischen in Hamburg zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.















