Kölner Komiker
„An diesen Ton dürfen wir uns niemals gewöhnen“
21.10.2026 – 04:45 UhrLesedauer: 2 Min.
Hape Kerkeling warnt vor einem raueren Ton und zieht einen Faschismus-Vergleich. Er ruft dazu auf, Demokratie und Respekt zu verteidigen.
Der Kölner Komiker Hape Kerkeling hat bei der Verleihung des Talisman-Preises in der Frankfurter Paulskirche davor gewarnt, sich an den Ton von Rechtspopulisten zu gewöhnen. Er kritisierte, diese würden auf „Gossenjargon“ zurückgreifen, und sagte: „An diesen Ton dürfen wir uns niemals gewöhnen.“ So habe Faschismus angefangen.
Kerkeling rief zugleich zu Hoffnung, Mut und Optimismus auf. Eine starke Gesellschaft beuge sich nicht der Angst, sagte der 61-Jährige. Sie habe „Hoffnung, sie sieht in der Vielfalt eine Stärke, sie schützt die Schwachen. Sie sät unermüdlich Zuversicht und geht mutig voran.“ Zudem sagte er: „Der Hass hatte in unserer Geschichte einen Platz, und genau deshalb darf er in unserer Zukunft keinen mehr haben.“
Hape Kerkeling: „Bleiben Sie mutig“
Der Wahl-Kölner erinnerte an Verharmlosung und Resignation und sagte, wer damals gesagt habe, es werde schon nicht so schlimm, der habe sich tödlich geirrt. Außerdem sagte er: „Wer heute sagt, es ist eh alles verloren, der irrt genauso.“ Sein Appell an die Bürgerinnen und Bürger: „Bleiben Sie mutig und lassen Sie uns dafür sorgen, dass Geschichte sich nicht wiederholt und es nicht so schlimm wird.“
- Kerkeling nach Todesdrohung: „Sei einfach du selbst die Demokratie“
Ausgezeichnet wurden insgesamt fünf Kommunalpolitikerinnen und -politiker für ihr gesellschaftliches Engagement. Unter den Preisträgern sind auch zwei Kommunalpolitikerinnen aus Köln: die ehemalige Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Bürgermeisterin Maria Helmis-Arend.
Petition zur Kerkeling-Kandidatur als Bundespräsident
Ebenfalls geehrt wurden Yannick Bares, Ortsbürgermeister von Rhaunen in Rheinland-Pfalz, Stephanie Rikl, Bürgermeisterin im sächsischen Ostritz, und Onyeka Oshionwu. Oshionwu wurde zur Oberbürgermeisterin von Göttingen in Niedersachsen gewählt und tritt ihr Amt am 1. November 2026 an. Vergeben wurden die Preise von der Deutschlandstiftung Integration in der Frankfurter Paulskirche.
Zuletzt hatte Kerkeling Schlagzeilen gemacht, weil sich Menschen in einer Petition für ihn als Bundespräsidenten ausgesprochen hatten.














