Energiepreise in Sachsen
Netzgebühren sinken – doch Gaskosten steigen stark
17.10.2026 – 17:15 UhrLesedauer: 2 Min.
Sachsens Haushalte zahlen voraussichtlich 2027 weniger für die Nutzung des Gasnetzes. Beim Gaspreis selbst drohen jedoch Aufschläge in dreistelliger Höhe.
Die Gasnetzentgelte in Sachsen werden 2027 leicht sinken. Das hat das Vergleichsportal Verivox auf Basis aktueller Daten der Verteilnetzbetreiber berechnet. Beim Gaspreis selbst rechnet das Portal jedoch mit flächendeckenden Erhöhungen von bis zu 20 Prozent.
Die jährlichen Gasnetzgebühren gehen in Sachsen um rund fünf Euro brutto zurück, von bisher 746 Euro auf 741 Euro. Das entspricht einem Rückgang von 0,7 Prozent. Bundesweit entwickelt sich die Lage gegensätzlich: Dort steigen die Gasnetzentgelte laut Verivox um rund drei Prozent oder 19 Euro auf durchschnittlich 634 Euro jährlich. Das sächsische Niveau liegt damit trotz des Rückgangs deutlich über dem Bundesschnitt.
Das muss eine Familie im Einfamilienhaus zahlen
Bei den Stromnetzgebühren bleibt es in Sachsen beim bisherigen Stand von 408 Euro im Jahr. Bundesweit steigen sie dagegen um 1,9 Prozent von 428 auf 436 Euro brutto. Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden bedeutet das acht Euro Mehrkosten. Die Berechnungen beziehen sich bei Gas auf eine Familie im Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden jährlich. Netzentgelte machen laut Verivox rund ein Fünftel des Gaspreises und ein Viertel des Strompreises aus.
Wie hoch die Netzgebühren ausfallen, hängt unter anderem von den Kosten für Ausbau und Betrieb der regionalen Netze ab. Hinzu kommt ein sinkender Bundeszuschuss zu den Übertragungsnetzkosten: Während der Bund 2026 noch 6,5 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds bereitstellte, sind für 2027 nur noch 5,525 Milliarden Euro vorgesehen.
Gaspreis selbst steigt: Bis zu 500 Euro mehr für die Heizung
Stärker ins Gewicht fallen dürfte für viele Haushalte die Entwicklung beim Gaspreis selbst. Seit Beginn des Iran-Kriegs sind die Großhandelspreise für Gas stark gestiegen. Energieexperte Thorsten Storck von Verivox erwartet deshalb zum Jahreswechsel Preiserhöhungen quer durch alle Anbieter: „Wir erwarten zum Jahreswechsel flächendeckende Preiserhöhungen, in denen die Gasversorger die höheren Beschaffungskosten an ihre Kunden weitergeben. Sie werden sich je nach aktuellem Tarif zwischen 10 und 20 Prozent bewegen. Wer ein Einfamilienhaus beheizt, muss mit Mehrkosten von bis zu 500 Euro rechnen.“













