Berliner Händler in der Krise
Insolvenz gefährdet Auslieferung bezahlter Fahrzeuge von Autohaus
17.10.2026 – 07:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach der Insolvenz des Berliner Traditionsunternehmens bangen viele Kunden: Viele von ihnen könnten ihr Geld verlieren.
Wer bei dem Berliner Autohaus König ein Fahrzeug angezahlt oder vollständig bezahlt hat, muss damit rechnen, weder das Geld noch das Auto zurückzubekommen.
Die Autohaus Gotthard König GmbH hatte Ende August 2026 beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz angemeldet. Betroffen sind rund 80 Standorte und etwa 1.200 Beschäftigte bundesweit. Die Verbindlichkeiten der Unternehmensgruppe sollen sich auf mehr als 212 Millionen Euro belaufen.
Autohaus König: Kunden droht Verlust ihres Geldes
Zahlreiche Fahrzeuge könnten ohne zusätzliche Ausgleichszahlungen nicht ausgeliefert werden, erklärte der vorläufige Insolvenzverwalter Rainer Eckert nach Angaben der „Welt“. Der Grund: Autohäuser finanzieren ihren Fahrzeugbestand in der Regel über Händlerbanken, die den Fahrzeugbrief als Sicherheit einbehalten. Nach der Insolvenz können diese Banken die Herausgabe verweigern, solange offene Finanzierungsbeträge bestehen – das Geld der Kunden ist bereits im Insolvenztopf verschwunden.
Im Insolvenzverfahren besitzen Kunden in der Regel keinen durchsetzbaren Lieferanspruch mehr. Sie können ihre Forderungen zur Insolvenztabelle anmelden, erhalten daraus erfahrungsgemäß jedoch nur einen kleinen Teil zurück. Die Bereitschaft der Hersteller, größere Fehlbeträge auszugleichen, sei bislang gering, so Eckert; er wolle weiter auf sie einwirken, um möglichst viele Auslieferungen zu ermöglichen.
Die Verbraucherzentrale rät betroffenen Kunden, Verträge, Zahlungsbelege und den gesamten Schriftverkehr zu sichern. Wer per Kreditkarte oder Lastschrift gezahlt hat, sollte bei seiner Bank ein Chargeback-Verfahren prüfen lassen.
Autohaus König: So können Gehälter gerettet werden
Wie die „Welt“ weiter berichtet, haben drei Unternehmen Interesse an einer Komplettübernahme bekundet. Ob es zu einer Rettung kommt, ist nicht gesichert. Eckert verhandelt nach eigenen Angaben mit den Banken über die Freigabe finanzierter Fahrzeuge; gelingt eine Einigung, könnten die Erlöse Gehaltszahlungen im November ermöglichen.
Die Lohnersatzleistungen für die Beschäftigten laufen Ende Oktober 2026 aus. Bis zur Klärung der Unternehmenszukunft sollen nach Angaben Eckerts vorerst keine Kündigungen ausgesprochen werden. Die meisten Hersteller wollten die Zusammenarbeit fortsetzen, so Eckert; Mazda hingegen wolle die Kooperation beenden.















