FC Bayern erstattet Anzeige
Nach Schmähbanner-Aktion: Durchsuchung bei 1860-Fan
14.10.2026 – 19:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Fans der Münchner „Löwen“ schmuggeln ein beleidigendes Banner auf die Meisterfeier des FC Bayern. Monate später steht die Polizei bei einem 1860-Anhänger vor der Tür.
Dieser Streich hat nun doch ein Nachspiel: Bei der Meisterfeier des FC Bayern Mitte Mai schmuggelten Fans des TSV 1860 München ein riesiges Schmähbanner mit der Aufschrift „FC Bauern H**ensöhne“ auf den Münchner Marienplatz. Unmittelbar nach der Aktion hatte FCB-Präsident Herbert Hainer zwar noch angekündigt, keine Strafanzeige erstatten zu wollen. Dennoch beschäftigt die Aktion inzwischen die Polizei und Staatsanwaltschaft.
Wie die „Bild“ und das Fanportal „sechzger.de“ am Mittwoch übereinstimmend berichten, hat die FC Bayern AG bereits im Juli eine Strafanzeige wegen Beleidigung gegen Unbekannt gestellt. Der Rekordmeister soll dies auf Anfrage der „Bild“ bestätigt haben. Im September sei es daraufhin zu einer Hausdurchsuchung bei einem „Löwen“-Fan gekommen. Dabei seien Computer und andere elektronische Geräte beschlagnahmt worden.
Anwalt schätzt Chancen des FC Bayern als gering ein
Die Ermittler hofften offenbar, Kaufbelege, Überweisungen und Chats zu finden, die mit der Planung und Durchführung der Aktion in Zusammenhang stehen könnten. Ob tatsächlich belastendes Material sichergestellt wurde, ist bislang nicht bekannt. Wie Sebastian Wagner, der Anwalt des 1860-Fans „Bild“ und „sechzger.de“ erzählte, seien die Beamten bei der Durchsuchung sehr freundlich gewesen und hätten sogar über den Streich geschmunzelt.
Im schlimmsten, wenn auch eher theoretischen Fall könnte dem „Löwen“-Fan sogar ein Prozess drohen. Wagner, der regelmäßig Anhänger des TSV vertritt, schätzt die Erfolgsaussichten der Anzeige für den FC Bayern jedoch als sehr gering ein. Das Verhalten des oder der Beschuldigten erfülle keinen Straftatbestand, erklärte er im Gespräch mit „sechzger.de“. Darüber hinaus sei der FC Bayern ein Kollektiv, „das mangels Abgrenzbarkeit gar nicht beleidigungsfähig ist“.














