Nach 182 Jahren
Porzellanmanufaktur Kahla muss Betrieb einstellen
07.10.2026 – 17:45 UhrLesedauer: 2 Min.
Mehr als 100 internationale Designpreise hat die Porzellanmanufaktur Kahla bekommen. Nun verlieren alle Mitarbeiter ihre Jobs.
Die Thüringer Porzellanmanufaktur Kahla hat im laufenden Insolvenzverfahren keinen Investor gefunden und stellt ihre Produktion nach 182 Jahren ein. Das berichtet „Bild“ unter Berufung auf Insolvenzverwalter Rolf Rombach. Der Betrieb des Unternehmens im gleichnamigen Ort kann demnach nicht fortgeführt werden. Für die 98 verbliebenen Beschäftigten bedeutet das Aus den Verlust ihrer Arbeitsplätze.
Rombach sagte der Zeitung: „Leider haben die Gespräche mit zwei türkischen Investoren nicht zum erhofften Erfolg geführt. Ein Unternehmen hat bereits vor zwei Wochen abgesagt. Ein weiterer großer Porzellan-Hersteller in der Türkei war von Kahla sehr angetan. Am Ende zeigte sich trotz vieler Fürsprecher das Unternehmensgremium skeptisch.“
Für das Traditionsunternehmen endet damit eine lange Firmengeschichte. Kahla wurde 1844 gegründet und war vor allem für designorientierte Tischkultur bekannt. Die Marke mit mehr als 100 internationalen Designpreisen ausgezeichnet.
Kahla vor dem Aus: Verkauf soll noch bis März laufen
Wann der Standort endgültig abgewickelt wird, ist noch unklar. Die Produktion soll schrittweise auslaufen. „Ein Traditionsunternehmen wie Kahla muss in Würde verabschiedet werden“, so Insolvenzverwalter Rombach. „Bis Ende des Monats wird noch die Produktion laufen, die Dekoration bis Ende des Jahres. Der Werks- und Onlineverkauf wird voraussichtlich noch bis März fortgesetzt“, so Rombach.
Als wichtigsten Grund für das Aus nannte der Insolvenzverwalter die hohen Energiekosten. Kahla hatte bereits im März 2020 Insolvenz anmelden müssen. Damals war das Unternehmen nach einem geplatzten Großauftrag in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Im Februar 2026 folgte die nächste Insolvenz.
Das Unternehmen verwies damals auf mehrere Belastungen: Die Auftragslage sei schlechter gewesen als erwartet, vor allem die Gastronomie habe deutlich weniger bestellt. Hinzu kamen weiterhin hohe Energiekosten.














