Wenn beispielsweise Schumachers langjähriger Manager Willi Weber, noch immer sichtlich angefasst, sagt: „Nach Imola war Michael anders.“ Wenn Schumacher selbst in einem alten Interview seine Gedankengänge direkt nach dem Imola-Wochenende offenlegt, und in einem ganz seltenen Moment damit auch seine Ängste, Sorgen und Bedenken. Erst in diesem Moment sei ihm die Gefährlichkeit des Lebens eines Formel-1-Fahrers bewusst geworden. Mehr noch: Auf einer Runde am Rande des Grand Prix von Großbritannien in Silverstone im Straßenwagen habe er ständig gedacht: „Hier könntest du sterben, und da auch.“
„Mein Herz ist immer dabei“
Weber erzählt weiter, Schumacher sei nach Imola kaum zu beruhigen gewesen und habe an sein sofortiges Karriereende gedacht – beeindruckende Aufnahmen von damals zeigen den Piloten, und ein Blick reicht, um seine Zerrissenheit zu erkennen. Schon der schwere Unfall des damaligen Jordan-Piloten Rubens Barrichello im Training, den der Brasilianer wie durch ein Wunder überlebte, nahmen ihn sichtlich mit. Im Interview mit RTL-Reporter Kai Ebel erkundigte er sich nach dessen Gesundheitszustand – und ihm entglitten die Gesichtszüge, als Ebel ihm die schweren Verletzungen auflistete.
Corinna Schumacher ist anstelle ihres Mannes aber die aktive Hauptprotagonistin dieser Doku, und sie trägt am meisten bei zu dieser Charakterstudie. Was sie sagt und woran sie sich erinnert, bewegt. „Der Michael wusste, mein Herz fährt mit, wenn er gewinnt, aber mein Herz fährt auch mit, wenn er verliert. Mein Herz ist immer dabei“, erzählt sie.
Sie erzählt von einer Bank auf dem Grundstück am Genfer See in der Schweiz. Der Ort, an dem sie sich immer ausgesprochen hätten. „Wenn ich lauter wurde, wurde er immer leiser“, erinnert sich Corinna. Sie erzählt aber auch, warum sie im Fahrerlager meist flache Schuhe trug: Es lag daran, dass Michael im strammen Schritt da durchmarschierte, weil der ganze Trubel nie sein Ding war.
1994 gab es Ärger um „Schummel-Schumi“
Neben ihr kommen auch namhafte „Talking Heads“ zu Wort – vom langjährigen Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone über den früheren Benetton-Teamchef Flavio Briatore und Schumachers Benetton-Renningenieur Pat Symonds bis hin zu Manager Weber und den ewigen RTL-Gesichtern Kai Ebel und Heiko Waßer. Nicht alle von ihnen liefern große Einsichten, und an einigen Stellen dieser 105 Minuten langen Doku wären Stimmen unmittelbarer Weggefährten – Teamkollegen und Rivalen gleichermaßen – wünschenswert gewesen, um die Produktion weniger wie ein recht unkritisches Schumi-Jubelstück wirken zu lassen.













