Cristiano Ronaldo
Selbst seine Kollegen haben keine Lust mehr
Aktualisiert am 01.10.2026 – 19:04 UhrLesedauer: 4 Min.
Cristiano Ronaldos Flucht von der portugiesischen Nationalmannschaft dürfte das Ende seiner internationalen Karriere sein. Sie steht sinnbildlich für eine bereits jahrelang schwelende Diskussion.
Cristiano Ronaldo will seinen Fans berichten, was wirklich Sache ist. „Zu gegebener Zeit werde ich allen Portugiesen die Wahrheit erzählen über die Gründe, die mich dazu motiviert haben, die Nationalmannschaft zu verlassen, für die ich mich immer aufgeopfert habe“, schrieb er nach seiner vorzeitigen Abreise vom portugiesischen Nationalteam bei Instagram. Der offensichtliche Grund ist relativ banal: Er sollte im zweiten Spiel in Folge auf der Bank sitzen.
Gemessen an den Zahlen – und auf die legt der erfolgreichste Torjäger aller Zeiten im Fußball in seiner Karriere besonderen Wert –, dürfte der Eklat um den Abschied für alle Beteiligten am Ende aber eine sportliche Erlösung sein.
- „Cristiano ist deswegen ausgerastet“: Ronaldo-Kumpel nennt Grund für Abreise-Eklat
- Nach Abreise-Eklat: Ronaldos ikonische Rückennummer bereits neu vergeben
Natürlich sind 146 Tore in 234 Länderspielen mehr als beeindruckend. Ronaldo hält damit zwei nationale Bestmarken, die so schnell wohl niemand in Portugal knacken wird. Zu einem Titelsammler wie im Vereinsfußball wurde Ronaldo seit seinem Debüt im Nationaltrikot 2004 aber nicht. Portugal hat seitdem zwar zweimal die Nations League gewonnen und wurde 2016 Europameister. Zu einem vor allem von Ronaldo heiß ersehnten WM-Titel reichte es aber nie.
EM-Titel als Glanzpunkt in der Nationalmannschaft
Trotz Heldenstatus in seiner Heimat wurde es zwischen Ronaldo und dem portugiesischen Team nie eine stabile Beziehung. Beim EM-Titel vor zehn Jahren hatte CR7 mit einem Doppelpack und zwei Vorlagen in der Vorrunde gegen Ungarn und einem Tor und einem Assist im Halbfinale gegen Wales seinen Anteil am Titel. Dennoch enttäuschten die Portugiesen spielerisch trotz jeder Menge Talent, ihr Turnierverlauf war von viel Situationsglück geprägt. Bis zum Halbfinale konnten die Iberer kein Spiel innerhalb von 90 Minuten gewinnen.
Das Finale gegen Frankreich wurde ebenfalls in der Verlängerung entschieden, doch dort spielte der Kapitän nur eine sportliche Nebenrolle, da er nach 25 Minuten verletzt ausgewechselt werden musste. Als aufgeregter Co-Trainer war er im Anschluss dennoch in der Hauptrolle und zeigte eine andere Seite von sich. Der als Egoist verschriene Ronaldo wurde zum Teamplayer und ordnete sich dem Erfolg der Mannschaft unter. Doch es sollte ein kurzes Hoch bleiben.

Seine persönliche Bilanz bei großen Turnieren ist gemessen an seinem Anspruch vernünftig: elf Tore in 27 WM-Spielen und 14 Treffer bei 30 EM-Spielen. Was Kritiker ihm dabei noch häufig vorhalten: Sieben der Tore waren Elfmeter. Dass sein Einfluss auf Portugals Spiel immer weiter schwindet, war bei der EM 2024 in Deutschland zu sehen. Dort blieb er zum ersten Mal bei einem großen Turnier ohne eigenen Treffer – und das trotz eines Expected-Goals-Werts von 3,6. Die Chancen waren da, er verwertete sie nur nicht.













