Glücksforschung
Neue Studie verrät, ab wann Geld wirklich glücklich macht
28.09.2026 – 13:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Geld macht nicht glücklich, sagt man. Das stimmt einer neuen Untersuchung zufolge aber nur bedingt.
Menschen mit einem hohen Vermögen sind glücklicher als Personen, die nur ein hohes Einkommen haben. Das ist das Ergebnis einer neuen Untersuchung eines Teams um den renommierten Ökonomen Bernd Raffelhüschen, über die die „Wirtschaftswoche“ berichtet. Demnach entscheidet das Vermögen einer Person deutlich stärker über deren Lebenszufriedenheit als das persönliche Einkommen.
Wer mindestens 50.000 Euro an erspartem Vermögen hat, ist demnach glücklicher als jemand ohne Vermögen – auch wenn die Einkommen der beiden Personen genau gleich hoch sind. Bernd Raffelhüschen fasst in der „Wirtschaftswoche“ (WiWo) zusammen: „Vermögen hält die Lebenszufriedenheit hoch, auch wenn das Einkommen gering ist – aber ein hohes Einkommen kann fehlendes Vermögen in der Wohlbefindensbilanz nicht ausgleichen.“
Am glücklichsten sind aber diejenigen, die beides haben, also ein hohes Einkommen und ein Vermögen. Wenig überraschend sind jene, die weder das eine noch das andere haben, die Gruppe mit der geringsten Lebenszufriedenheit. Doch wer ein geringes Einkommen und ein hohes Vermögen hat, ist glücklicher als derjenige mit einem hohen Einkommen, aber keinem Vermögen.
Macht Geld wirklich bis zu einer Grenze glücklich?
Die Untersuchung ist Teil einer größeren Studie in der Glücksforschung, die erst im November im Kontext des sogenannten Glücksatlas veröffentlicht werden soll. Der ökonomische Zusammenhang von Glück und Geld ist ein relativ junges Forschungsfeld. Vergleichbare Studien zum Zusammenhang von Vermögen und Glück gibt es daher kaum.
Zur Studie
Befragt wurden 3.700 Menschen im Alter von 18 bis 71 Jahren. Durchgeführt wurde die repräsentative Studie vom Meinungsforschungsinstitut Ipsos. Dabei sollten die Teilnehmenden Fragen auf einer Skala von 0 (sehr unzufrieden) bis 10 (sehr zufrieden) in Bezug auf ihre Lebenszufriedenheit und ihre finanzielle Zufriedenheit beantworten.
Eine der bekanntesten Studien ist eine US-Studie aus dem Jahr 2010, die herausfand, dass mehr Geld nur bedingt glücklich macht. Ab einem bestimmten Einkommen wirkt sich mehr Geld nicht mehr auf die Lebenszufriedenheit aus, so die zentrale Erkenntnis. Diese Grenze zogen die Forscher bei einem Jahreseinkommen von 75.000 US-Dollar. Danach sei ein Plateau erreicht – höhere Einkommen würden nicht noch glücklicher machen.
Vermögen ermöglicht mehr Freiheiten
Auch andere Studien kamen schon zu einem ähnlichen Ergebnis. Bisher wurde aber meistens auf das Einkommen geschaut und nicht, wie jetzt bei Raffelhüschen, auf das Vermögen. „Vermögen kann die wirtschaftliche Unabhängigkeit erhöhen, da der eigene Lebensstandard weniger stark vom laufenden Erwerbseinkommen oder von finanzieller Unterstützung durch andere Personen abhängt“, heißt es in der Studie laut „WiWo“.
Vermögen bietet auch mehr Freiheiten in der Lebensgestaltung. So können Menschen mit Vermögen eher eine Immobilie erwerben oder sich eine Auszeit aus dem Berufsleben ermöglichen oder eine Firma gründen. All das kann sich auf die Lebenszufriedenheit auswirken.














