Rechenzentren im Orbit
Google schickt seine KI-Chips ins All
Aktualisiert am 25.09.2026 – 11:53 UhrLesedauer: 2 Min.
Google will herausfinden, ob der Betrieb von Rechenzentren im All möglich ist. Dafür schickt der Konzern vier KI-Chips mithilfe von SpaceX in den Orbit.
Google will kommende Woche vier seiner Rechenchips für Künstliche Intelligenz in die Erdumlaufbahn bringen und dort erstmals unter Weltraumbedingungen testen. Das schreibt Google in einem Blogeintrag. Das Ziel der Aktion: Der Konzern will erproben, ob es möglich ist, Rechenzentren im All zu betreiben.
Probleme könnten dabei schon in der Startphase drohen, weil die Prozessoren Erschütterungen und einem Vielfachen der Erdanziehungskraft ausgesetzt sein werden. In Vibrationstests auf der Erde hätten die Chips den Belastungen standgehalten, hieß es.
Eine weitere Herausforderung sei die starke Strahlung außerhalb der Erdatmosphäre, die die Elektronik beschädigen könne. Um ihre Effekte zu simulieren, seien die TPU-Chips (Tensor Processing Unit) im Labor mit einem Protonenstrahl beschossen worden. Nach diesen Versuchen sei man zwar überzeugt, dass die Technik den geplanten fünfjährigen Einsatz in Weltraum-Rechenzentren überstehen könne: „Aber einige Dinge können nur im All getestet werden.“
Große Erwartungen an Rechenzentren im All
Der Satellit mit den Google-Chips soll kommende Woche starten – als einer von vielen auf einer Rakete der Weltraumfirma SpaceX von Elon Musk. Der Tech-Milliardär selbst kündigte mehrfach an, mit SpaceX eigene Rechenzentren in der Umlaufbahn aufbauen zu wollen. Er verweist vor allem auf die Möglichkeit, dass dort große Mengen Solarstrom für den Betrieb der Anlagen erzeugt werden könnten.
Zugleich stößt der laufende Ausbau immer größerer Rechenzentren für den Betrieb Künstlicher Intelligenz vorwiegend in den USA auf zunehmenden Widerstand. Sie einfach ins All auszulagern, wäre Musks Logik folgend eine mögliche Lösung dafür.
Allerdings gibt es bei den Plänen noch sehr viele offene Fragen. Das betonte auch Google. So sei die Kühlung ein Problem, hieß es. Rechenzentren erzeugen beim Betrieb viel Hitze. Im All ist es zwar eiskalt, aber ohne einen Luftzug im Vakuum kann die Hitze nur über Kühlelemente abgeführt werden, was einen anderen Ansatz als auf der Erde erfordert.
Wirtschaftlichkeit von Rechenzentren im All ist fraglich
Der US-Rechnungshof Government Accountability Office (GAO) zeigt sich indes skeptisch, ob Rechenzentren im All wirtschaftlich sinnvoll wären. In einem Bericht schreibt die Behörde: „Die Herstellung und der Start von Satelliten sind teuer.“ Die Kosten könnten sinken, wenn Strom, Kühlung und Kommunikation ohne zusätzliches Startgewicht auskämen.
Wie das GAO schreibt, hätten seit Januar 2026 drei US-Unternehmen bei der Kommunikationsbehörde Federal Communications Commission (FCC) Anträge für große Satellitenkonstellationen als Rechenzentren eingereicht. Welche das sind, gibt die Behörde nicht bekannt. Weitere Vorhaben würden in China, der Europäischen Union und Japan laufen, heißt es.















