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Rückruf bei VW und Audi: Darf ich mein Auto weiterfahren?
25.09.2026 – 11:02 UhrLesedauer: 3 Min.
Volkswagen und Audi rufen Millionen Fahrzeuge wegen einer möglicherweise korrodierenden Schraube zurück. Wie ein solcher Rückruf zustande kommt.
Volkswagen und Audi rufen wegen einer möglicherweise korrodierenden Schraube Millionen Fahrzeuge zurück. Für betroffene Autobesitzer stellen sich jetzt vor allem praktische Fragen: Darf man sein Auto weiterfahren, muss es in die Werkstatt – und was passiert, wenn man den Rückruf ignoriert?
Darf ich mein Auto weiter benutzen?
Ja. Betroffene Fahrzeuge dürfen laut einem VW-Sprecher weiterhin gefahren werden. Der Rückruf bedeutet also nicht, dass das Auto sofort stehen bleiben muss. Den Werkstatttermin sollten Halter dennoch wahrnehmen.
Woher weiß ich, ob mein Auto betroffen ist?
Betroffen sind VW Golf, Golf Variant, Tiguan, Touran und Caddy aus dem Produktionszeitraum vom 24. September 2013 bis 1. Juli 2024 sowie Audi Q3, die zwischen dem 31. Oktober 2017 und dem 23. Mai 2024 produziert wurden.
Ob ein einzelnes Fahrzeug tatsächlich zum Rückruf gehört, lässt sich anhand der Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) prüfen. Volkswagen führt die Aktion unter dem Code 48VS, Audi unter 48LG. Beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) trägt der Rückruf die Referenznummer 17016R.
Auskünfte erhalten Halter bei Volkswagen unter 0800 8655792436, bei Audi unter 0800 28347378423 oder bei einer Vertragswerkstatt. Für Rückfragen sollte der jeweilige Rückrufcode bereitliegen.
Sind wirklich alle betroffenen Fahrzeuge fehlerhaft?
Nein, wahrscheinlich nicht. VW geht davon aus, dass nur ein kleiner Teil der Fahrzeuge tatsächlich von einem Schaden betroffen ist. Die Schadensquote soll bei maximal einem Prozent der einbestellten Fahrzeuge liegen.
Sind bereits Unfälle oder Schäden bekannt?
Dem Kraftfahrt-Bundesamt sind bislang keine Sach- oder Personenschäden bekannt, die mit dem Problem in Zusammenhang stehen.
Was wird in der Werkstatt gemacht?
Die bisherige Schraube an der Befestigung des Lenkgetriebes wird gegen eine korrosionsresistentere Schraube ausgetauscht. Für die Fahrzeughalter ist die Maßnahme kostenlos.
Wann bekomme ich einen Werkstatttermin?
Dazu gibt es derzeit noch keine belastbare allgemeine Angabe. Zunächst müssen die Werkstätten mit den benötigten Teilen ausgestattet werden. Anschließend können Termine vergeben werden. Auch zur Dauer der Reparatur liegen derzeit keine verlässlichen Angaben vor.
Warum gibt es einen Rückruf, wenn möglicherweise nur wenige Autos tatsächlich einen Schaden haben?
Rückrufe dienen dazu, mögliche sicherheitsrelevante Mängel auch dann zu beseitigen, wenn sie bislang nur bei einem Teil der Fahrzeuge festgestellt wurden. Mängel können beispielsweise bei regelmäßigen Kontrollen oder Untersuchungen auffallen. Wird dabei etwa Korrosion entdeckt, folgen weitere Prüfungen und Abstimmungen beim Hersteller. Zeigt sich ein mögliches Sicherheitsrisiko, wird das Kraftfahrt-Bundesamt eingeschaltet und vorsorglich ein Rückruf eingeleitet, bevor es zu Unfällen kommt.
Welche Rolle spielt das Kraftfahrt-Bundesamt?
Das KBA leitet Untersuchungen ein, wenn es einen gemeldeten oder selbst festgestellten Mangel im Hinblick auf das Sicherheits- oder Umweltrisiko als kritisch bewertet. Im aktuellen Fall laufen diese Untersuchungen noch.
Bestätigt sich ein entsprechender Mangel, kann die Behörde verlangen, dass er beseitigt wird. Volkswagen hat allerdings schon einen Rückruf eingeleitet. Bei sicherheitsrelevanten Rückrufen können die Hersteller die Halteranschriften aus dem Zentralen Fahrzeugregister des KBA verwenden. Auf diese Weise lassen sich die Besitzer der betroffenen Fahrzeuge gezielt informieren.
Muss ich an dem Rückruf teilnehmen?
In diesem Fall sollten Sie aus eigenem Interesse an der Aktion teilnehmen, um ein Sicherheitsrisiko auszuschließen. Grundsätzlich gilt: Ist ein Fahrzeug Gegenstand eines sicherheitsrelevanten Rückrufs, müssen Halter den Mangel beseitigen lassen. Das KBA überwacht solche Rückrufaktionen. Reagiert ein Halter nicht auf die Aufforderung, kann er erneut angeschrieben werden.














