Keine 24 Stunden nach dem Unglück läuft das Fahrgeschäft „Hangover“ wieder wie immer. Der Kostendruck ist wohl wichtiger als die Würdigung eines Menschenlebens.
Am Montagabend ist ein Mitarbeiter des „Hangover“ nach einem Unfall an dem Fahrgeschäft gestorben. 15 Stunden danach, am Dienstagmittag, erinnert nur noch eine einzelne abgelegte Plastikrose an das Unglück. Einzelne Touristen machen Selfies vor der Attraktion – und kurz darauf öffnet der riesige Freefall-Tower auch schon wieder für seine Besucher.
Alles soll auf der Wiesn wie immer sein – und das keine 24 Stunden nach dem tragischen Vorfall. Das ist pietät- und gefühllos. Und zeugt davon, dass ein Menschenleben offenbar inmitten einer konsum- und spaßgetriebenen Veranstaltung wie der Wiesn wenig bis nichts zählt.

Dabei geht es hier nicht um Sicherheitsfragen. Denn technisch ist an der Entscheidung, den 85 Meter hohen Turm schon am Dienstag wieder zu öffnen, nichts falsch. Der „Hangover“ soll laut einer umfassenden Prüfung keine technischen Mängel aufweisen. Der Mitarbeiter hielt sich laut Polizei offenbar in einem Bereich unterhalb der Gondel auf, in dem er sich nicht hätte sein dürfen.
Schaustellerfamilien haben hohen Kostendruck
Der Turm ist seit 2015 in Betrieb und kostete einst 2,8 Millionen Euro. Dazu kommen die sicherlich üppig ausfallende Standmiete, die die Betreiber des „Hangover“ auch für die Zeit zahlen müssen, an der das Fahrgeschäft geschlossen ist. So ein Ausfall kostet Geld, keine Frage.

Es muss daher wohl der enorme Kostendruck sein, unter dem die Schausteller leiden, der zu der Wiedereröffnung des Fahrgeschäfts bereits am Dienstagnachmittag geführt hat: „The show must go on“, das gilt auch auf der Wiesn.















