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12-Uhr-Regel beim Tanken: Deshalb steht sie in der Kritik
23.09.2026 – 11:22 UhrLesedauer: 5 Min.
Seit April dürfen Tankstellen ihre Preise für Benzin und Diesel nur noch einmal am Tag erhöhen. Was die Vorschrift bewirken sollte, was sie gebracht hat und warum es Kritik gibt.
Jeweils um 12 Uhr steigen an vielen Tankstellen die Preise für Benzin und Diesel deutlich: Seit dem 1. April dürfen Anbieter ihre Kraftstoffpreise nur noch einmal täglich erhöhen. Knapp sechs Monate nach ihrer Einführung fordert der ADAC nun die Abschaffung der Regel. Zwar habe sie die Zahl der täglichen Preisänderungen deutlich reduziert und Preiserhöhungen berechenbarer gemacht. Niedrigere Preise habe sie aber nicht gebracht. Stattdessen seien die Unterschiede zwischen günstigen und teuren Tageszeiten größer geworden.
Was steckt hinter der 12-Uhr-Regel – und was hat sie bislang bewirkt? Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Was genau besagt die 12-Uhr-Regel?
Seit dem 1. April 2026 dürfen Tankstellen die Preise für Super E5, Super E10 und Diesel nur noch einmal täglich erhöhen – um 12 Uhr. Preissenkungen sind dagegen zu jeder Tageszeit und beliebig oft erlaubt.
Verstöße können mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro geahndet werden. Für die Durchsetzung sind die Behörden der Bundesländer zuständig. Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt erfasst die gemeldeten Preisänderungen und kann entsprechende Daten an die zuständigen Stellen weitergeben.
Warum wurde die Regel eingeführt?
Auslöser waren die kräftig gestiegenen und gleichzeitig stark schwankenden Kraftstoffpreise nach Beginn des Iran-Kriegs und der Zuspitzung rund um die Straße von Hormus. Vor der Neuregelung konnten sich die Preise an einer Tankstelle viele Male am Tag ändern. Nach Angaben des Bundeskartellamts waren im Durchschnitt rund 20 Preisbewegungen täglich üblich, bei einzelnen Stationen noch deutlich mehr.

Das machte auch Preisvergleichs-Apps wenig verlässlich: Ein dort angezeigter günstiger Preis konnte bereits wieder gestiegen sein, bevor ein Autofahrer die Tankstelle erreichte.
Die Bundesregierung wollte deshalb vor allem mehr Transparenz schaffen. Wer einen günstigen Preis findet, soll sich darauf verlassen können, dass dieser zumindest bis zur nächsten erlaubten Preiserhöhung nicht wieder steigt. Das Wirtschaftsministerium nennt ausdrücklich eine bessere Vergleichbarkeit der Preise und verlässlichere Informationen in Tank-Apps als Ziele der Regel.
Was gehörte noch zum Spritpreispaket?
Die 12-Uhr-Regel war nur ein Teil des Maßnahmenpakets gegen die hohen Kraftstoffpreise. Neben der Begrenzung von Preiserhöhungen sollte das Bundeskartellamt leichter gegen missbräuchlich hohe Preise vorgehen können. Dazu wurde die kartellrechtliche Missbrauchsaufsicht verschärft. Bei entsprechenden Verdachtsfällen sollten Unternehmen stärker darlegen müssen, weshalb Preissteigerungen gerechtfertigt sind.
Außerdem sollten Verfahren nach sogenannten Sektoruntersuchungen beschleunigt werden. Damit soll das Bundeskartellamt schneller auf Wettbewerbsstörungen reagieren können. Im Zuge der damaligen Maßnahmen war zudem die teilweise Freigabe nationaler Ölreserven vorgesehen. Die 12-Uhr-Regel selbst sollte dagegen keinen staatlich festgelegten Spritpreis schaffen. Sie greift lediglich in den Zeitpunkt ein, zu dem Anbieter ihre Preise erhöhen dürfen. Mittlerweile gibt es wieder Pläne für neue Steuersenkungen.















