Van Aken verteidigte seine Partei. Issa Remmo sei nicht eingeladen gewesen. „Wir Linke haben den nicht eingeladen. Wir haben ihn sofort rausgeschmissen. Ganz einfach. Es gibt keinen Millimeter gemeinsam mit der organisierten Kriminalität.“ Vielleicht sei Remmo es gewohnt, von Regierungsparteien eingeladen zu werden – die CDU habe ihn schließlich schon einmal eingeladen.
Repinski bezweifelte die Darstellung, dass niemand von Remmos Besuch gewusst habe. Aus Gesprächen mit Mitgliedern der Linkspartei kenne er eine andere Version: „Der kommt ja nicht einfach so auf diese Party.“ Lanz ließ anschließend Nachrichten aus dem Chat mit Firas Remmo einblenden: „Bruder, hilf mir mal, das hier zu verbreiten.“ Und: „Grüße mit Respekt zurück an deinen Vater.“
Van Aken sagte, er habe Koçak sofort angerufen. Koçak habe einen Fehler eingeräumt, sich entschuldigt und volle Transparenz zugesagt. Repinski überzeugte das nicht. Er selbst habe 40.000 Follower und prüfe Namen, bevor er etwas weiterleite. Wer sich anschließend hinstelle und behaupte, nichts gewusst zu haben, sei für ihn „einfach nur ein Bundestagsabgeordneter, der weiß, dass es jetzt um sein Mandat geht“. Auch Hikel glaubte Koçaks Darstellung nicht: „Ich glaube, er wusste sehr genau, wie man das schreibt. Auch mit einer Intention.“
Van Aken über Merz: „Der kann’s nicht“
Zu Beginn der Sendung ging es um den Bundeskanzler. Merz hatte am Wahlabend bereits wenige Minuten nach Schließung der Wahllokale klargemacht, dass er im Amt bleiben wolle. Van Aken deutete den frühen Auftritt als Zeichen von Schwäche: „Wie schwach ist das denn? Wie klein kann ein Bundeskanzler sich machen, dass der um 18:03 sich genötigt fühlt, jetzt mal zu sagen: Ich bleibe aber Kanzler?“ Merz habe dabei als Parteivorsitzender gesprochen, nicht als Kanzler. „Und das ist alles nicht kanzlerabel. Also der kann’s nicht.“
Über Merz‘ Konter gegen Repinski, der ihn zuvor nach seiner politischen Zukunft gefragt hatte, konnte van Aken dagegen schmunzeln: „Man ist schon froh, wenn er nicht irgendwas richtig Dummes sagt.“ Monatelang habe er dafür plädiert, Merz Zeit zu geben. Irgendwann sei seine Haltung gekippt. Eine Kanzlerschaft traue er ihm nicht mehr zu.
Hikel formulierte es diplomatischer: „Ich bin da ehrlich gesagt eher staatstragend und würde sagen: Herr Merz ist gewählt.“ Nun liege es an den Regierungsparteien, den Ernst der Lage zu erkennen und die Koalition handlungsfähig zu halten.
Repinski beschrieb zum Schluss eine Entwicklung, die ihm größere Sorgen bereitete. Die Parteien der Mitte bekämen bei Wahlen gerade noch Mehrheiten gegen die politischen Ränder zusammen. Im Regierungsviertel verbreite sich deshalb bereits die Haltung, in zwei, drei oder vier Jahren sei eben die AfD an der Reihe. „Und das ist eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.“














