„Wird nicht überleben“
Vor 50 Jahren gab man dieser NDR-Sendung kaum eine Chance
16.09.2026 – 13:43 UhrLesedauer: 2 Min.
1976 startet „Extra 3“ als erstes deutsches Satiremagazin. Heute erreicht das NDR-Format Millionen – doch der Ton gegenüber dem Team ist rauer geworden.
Dieter Kronzucker gab „Extra 3“ keine lange Zukunft. „‚Extra 3‘ wird das Jahr 1976 nicht überleben“, soll der Mitgründer und erste Moderator kurz nach der ersten Sendung gesagt haben. Am 21. September 1976 war das Satiremagazin erstmals im NDR-Regionalprogramm gelaufen. Aufgezeichnet wird es im Studio in Hamburg-Lokstedt.
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50 Jahre später ist „Extra 3“ noch immer auf Sendung. Seit 2014 läuft das Format donnerstags um 22.50 Uhr im Ersten nach den „Tagesthemen“. Meist schalten ein bis zwei Millionen Menschen ein, weitere sehen die Sendung in der ARD-Mediathek oder in den sozialen Netzwerken.
Aus Alltagsquatsch wird Polit-Satire
In den Anfangsjahren ging es bei „Extra 3“ vor allem um Witziges, Albernes und Absurditäten aus dem Alltag. Später rückte die Politik stärker in den Mittelpunkt. Heute verbindet das Format Polit-Satire mit Studio-Sketchen, satirischen Filmen und Livemusik.
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Christian Ehring moderiert die Sendung seit 15 Jahren und ist der zwölfte Moderator seit dem Start. Für ihn hat Satire trotz aller Freiheiten eine klare Grenze: „Satire darf alles, aber Satire darf nicht lügen.“

Den Vorwurf, politisch einseitig zu sein, hört das Team laut Ehring immer wieder. Der Moderator nimmt ihn mit Humor: „Ich sage, da ist was dran, denn der Vorwurf kommt von allen Seiten und dann muss es ja wohl stimmen.“
Eine wichtige Rolle für die Zukunft der Sendung spielt inzwischen das Internet. Über soziale Netzwerke und Youtube erreicht „Extra 3“ auch viele jüngere Menschen. Die hohe Reichweite dort sei neben Einschaltquoten und Mediatheksabrufen „gewissermaßen eine Lebensversicherung für eine Sendung“, sagt Ehring.
Vom wütenden Leserbrief zum Youtube-Kommentar
Der Ton gegenüber der Sendung sei allerdings rauer geworden. Früher habe sich jemand erst „an seine Adler Triumph“ setzen und einen wütenden Brief schreiben müssen, sagt Ehring. Heute könne jeder direkt bei Youtube oder in den sozialen Netzwerken kommentieren.















