Durch einfaches Verhalten
Wie Menschen mit COPD wieder leichter atmen können
07.09.2026 – 17:04 UhrLesedauer: 2 Min.
COPD erschwert das Atmen zunehmend. Um die Beschwerden zu lindern, ist laut einer neuen Studie neben den üblichen Maßnahmen wohl auch Lachen geeignet.
Gezieltes Lachen hilft Menschen mit der Lungenkrankheit COPD offenbar, leichter zu atmen. In einer kürzlich auf dem Kongress der European Respiratory Society (ERS) in Barcelona vorgestellten Studie hat sich eine Lachtherapie als ähnlich wirksam erwiesen wie klassische Atemübungen: Beide Methoden verringerten die Atemnot und verbesserten das allgemeine Wohlbefinden der Betroffenen.
Schon gewusst?
In Deutschland haben schätzungsweise sechs Prozent aller über 40-Jährigen COPD. Das heißt, ihre Atemwege (Bronchien) sind dauerhaft verengt. Erstes Anzeichen hierfür ist oft ein hartnäckiger Husten. Zudem bekommen die Betroffenen nur schwer Luft und geraten schnell außer Atem. Eine Heilung gibt es bislang nicht. Die Behandlung zielt darauf ab, das Fortschreiten der Lungenkrankheit zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen.
COPD erfordert mehr als nur Medikamente
Viele Menschen mit COPD verspüren bereits bei leichten Alltagstätigkeiten Atemnot – in schweren Fällen sogar schon in Ruhe. Dies beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich. Die Behandlung sollte daher auch helfen, mit der körperlichen Belastung sowie den emotionalen und psychischen Auswirkungen der Erkrankung umzugehen.
Eine Lachtherapie hatte sich in dieser Hinsicht schon bei anderen chronischen Erkrankungen als vielversprechend gezeigt. Da sie einfach umzusetzen und in ihrer Anwendung angenehm ist, könnte sie somit auch bei COPD als praktische und emotionale Unterstützung infrage kommen. Ein Forschungsteam in der Türkei wollte daher untersuchen, ob und inwieweit sie die bestehende Therapie sinnvoll ergänzen könnte.
Ablauf der Studie
An der Untersuchung nahmen 63 Menschen mit COPD teil, die am Ankara Bilkent City Hospital in Behandlung waren. Sie wurden nach dem Zufallsprinzip in drei gleich große Gruppen eingeteilt: Die erste Gruppe lernte, Lachen bewusst als Atemübung einzusetzen, die zweite machte klassische Atemübungen (die sogenannte Lippenbremse) und die dritte bildete die Kontrollgruppe.
Was ist die Lippenbremse?
Die bei COPD empfohlene Lippenbremse soll die Atmung erleichtern und einer weiteren Verengung der Atemwege vorbeugen. Dabei atmet man durch die Nase ein und langsam durch die gespitzten Lippen wieder aus: Das soll helfen, die verbrauchte Luft aus der Lunge zu bekommen.
Die Lachtherapie bestand aus mehreren Übungen: rhythmischem Klatschen mit Lauten, spielerischen Lachübungen – etwa dem Nachahmen eines startenden Motorrads oder Löwengebrülls –, einer Lachmeditation sowie Entspannung mit ruhigem Atmen und Lächeln.
Die zwei Atemübungsgruppen wurden zunächst persönlich in der Anwendung der Lachtherapie beziehungsweise der Lippenbremse angeleitet. Anschließend sollten die Mitglieder beider Gruppen die Atemübungen acht Wochen lang dreimal pro Woche für jeweils 30 Minuten zu Hause durchführen. Unterstützt wurden sie per Videoanruf und Textnachrichten.
Weniger Atemnot, mehr Wohlbefinden
Nach dem achtwöchigen Programm hatten die Mitglieder der zwei Atemübungsgruppen weniger Atembeschwerden als diejenigen der Kontrollgruppe. Das bedeutet: Die Lachtherapie konnte den Schweregrad der Atemnot bei COPD ebenso deutlich verringern wie die etablierte Atemtechnik der Lippenbremse. Der positive Effekt beider Atemübungen war sogar noch einen Monat nach Ende des Programms zu spüren.














