Kritik kommt auch von Boris Becker
Debatte bei den US Open erhitzt die Gemüter
Aktualisiert am 07.09.2026 – 11:45 UhrLesedauer: 3 Min.
Nirgends beginnen Tennisspiele so spät wie bei den US Open. Die Kritik daran wird immer lauter – doch die Veranstalter lassen sich nicht beirren. Wie so oft geht es ums Geld.
„Die Stadt, die niemals schläft, übertreibt es dieses Jahr“, schrieb die Nachrichtenagentur AP treffend. Bei den US Open in New York ist eine Debatte um extrem spät startende Matches entbrannt, die regelmäßig zu Nachtschichten werden. Allein drei Partien endeten in der ersten Turnierwoche nach zwei Uhr morgens – ein neuer Rekord.
Sinnbildlich für den Trend stand das Erstrundenmatch von Venus Williams. Die 46-Jährige betrat den Platz um 0.13 Uhr – das späteste Spiel in der Geschichte des Turniers. Die Partie endete um 2.01 Uhr. Williams sagte danach: „Das ist nicht ideal, ich hätte es mir anders gewünscht.“
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Auch Tennislegenden wie Martina Navratilova und Boris Becker fordern ein Umdenken, doch die Organisatoren verteidigen das System. Der Abend im Arthur Ashe Stadium beginnt um 19 Uhr Ortszeit. Zwei Partien werden nacheinander gespielt – in der Regel ein Frauen- und ein Männermatch. Dasselbe gilt im zweitgrößten Stadion, dem Louis Armstrong Stadium.
Navratilova schlug beim TV-Sender Sky Sports vor, statt zwei Einzel künftig ein Einzel und ein Doppel anzusetzen. Doch auch das löste das Problem nicht: Nach einem Drei-Stunden-Doppel der Schwestern Serena und Venus Williams endete der Auftritt von US-Star Ben Shelton erst um 2.07 Uhr. Navratilova: „Ich denke, das ist verrückt. Man muss die Nightsession neu denken. Sie hört zu spät auf.“
Ticketeinnahmen von mehr als 200 Millionen US-Dollar
Doch an einer Änderung der Match-Anzahl oder an einem früheren Beginn haben die Organisatoren wenig bis kein Interesse. Schließlich können sie so pro Tag ein zweites Mal Eintrittskarten für dieselben Arenen verkaufen können. Das System ist lukrativ. Zuletzt beliefen sich die Einnahmen durch Ticketverkäufe auf 208 Millionen US-Dollar – ein Drittel der Jahreseinnahmen des veranstaltenden US-Tennisverbands.
Profis wie Alexander Zverev spielten mehrfach bis weit nach Mitternacht. Nach eigenen Angaben kamen sie erst um fünf oder sechs Uhr morgens zur Ruhe. Herren-Bundestrainer Michael Kohlmann erläuterte: „Das bringt den ganzen Rhythmus durcheinander.“ Navratilova schrieb bei X zu einer Auflistung der späten Matchzeiten: „Das ist nicht nachhaltig.“ Becker antwortete: „Das ist einfach zu spät, um Tennis zu spielen… nenn‘ mir einen anderen Sport, bei dem das so ist?!?“















