„Fehlende Wertschätzung“
Ministerin: Lebensmittel sind zu günstig
31.08.2026 – 03:51 UhrLesedauer: 2 Min.
In Umfragen bekennen sich Verbraucher zu regionalen Produkten – im Supermarkt greifen sie dann doch zum Günstigsten. Eine Ministerin benennt, was das für die heimische Landwirtschaft bedeutet.
Die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Christine Schneider hat gefordert, dass Verbraucher heimischen Lebensmitteln mehr Wertschätzung entgegenbringen. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Mainz kritisierte die CDU-Politikerin, dass das tatsächliche Einkaufsverhalten der Menschen stark von dem abweiche, was sie in Umfragen angeben. Als zentrales Problem benennt Schneider das Preisniveau: In Deutschland seien Lebensmittel im Verhältnis zum Durchschnittseinkommen günstiger als in anderen EU-Staaten.
Schneider sagte, sie nehme „leider schon seit Jahren wahr“, dass Aussagen in Umfragen und das reale Kaufverhalten nichts miteinander zu tun hätten. Zu niedrige Preise hätten direkte Folgen: „Wenn Lebensmittel zu günstig sind, dann geht diese Wertschätzung auch verloren“, so die Ministerin, deren Großvater Winzer und Metzger war. Und weiter: „Und wir haben in Deutschland das Problem, dass Lebensmittel im Vergleich zu anderen europäischen Mitgliedsstaaten, wenn ich es zum Durchschnittseinkommen im Vergleich gleichziehe, zu günstig sind.“ Das führe möglicherweise auch zu mangelnder Wertschätzung.
Regionale Produkte während Corona-Pandemie mehr gefragt
Das Einkaufsverhalten wirke sich auf die heimische Landwirtschaft und die Produktion in Rheinland-Pfalz aus, betonte Schneider. Niemandem wolle sie vorschreiben, wie eine ausgewogene Ernährung auszusehen habe – „auch im Ministerium nicht“. Ihr Ziel sei es, das Bewusstsein der Bevölkerung für die Produktion gesunder Lebensmittel zu stärken.
Während der Corona-Pandemie hatte der Absatz von ökologischen und regionalen Lebensmitteln deutlich zugenommen. Schneider führte das unter anderem auf die eingeschränkten Freizeitmöglichkeiten und die damit verbundene zusätzliche Zeit zu Hause zurück. „Leider hat es sich nach Corona genau wieder zurückentwickelt“, sagte sie.
Als Vergleich verwies die Ministerin auf Österreich und Frankreich: In den Supermärkten beider Nachbarländer dominierten Produkte aus dem eigenen Land. Dieses Bekenntnis zu regionalen Erzeugnissen lasse sich nicht gesetzlich verordnen. „Das findet nur durch eine Bewusstseinsveränderung statt“, so Schneider.














