Nach 56 Jahren
Ermittler klären Anschlag mit sieben Toten auf
Aktualisiert am 20.08.2026Lesedauer: 1 Min.
Ein Brandanschlag auf ein jüdisches Seniorenheim mit sieben Toten blieb 56 Jahre lang ungelöst. Nun hat die Generalstaatsanwaltschaft den Täter identifiziert – posthum.
56 Jahre nach dem Brandanschlag auf ein jüdisches Seniorenheim in München mit sieben Toten macht die Generalstaatsanwaltschaft München einen rechtsextremen Einzeltäter dafür verantwortlich. Es handele sich um einen bereits im Jahr 2020 gestorbenen Mann aus dem rechten Milieu, wie die Ermittler am Donnerstag mitteilten. Neue Ermittlungen sprächen „deutlich für eine Täterschaft“ – auch wenn der Fall wegen seines Todes nicht abschließend geklärt werden könne.
Bei dem Anschlag am 13. Februar 1970 waren sieben Menschen getötet worden, die den Holocaust überlebt hatten. Es war einer der schlimmsten antisemitischen Anschläge der Bundesrepublik. Der Täter konnte viele Jahre lang nicht ermittelt werden, 2017 stellte der Generalbundesanwalt das Verfahren ein. Kürzlich gab es aber einen neuen Hinweis aus der Bevölkerung, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte. Im April 2025 habe sie die Ermittlungen wieder aufgenommen.
Der mutmaßliche Täter war zum Tatzeitpunkt 25 Jahre alt. Zeugen hätten ihn als Antisemiten mit „Hitler-Tick“ beschrieben. Die Generalstaatsanwaltschaft wies darauf hin, dass auch postmortal die Unschuldsvermutung gilt. Es sei nicht möglich, gegen einen Toten Anklage zu erheben. Auch sei nicht sicher, ob der Verdächtige allein oder als Teil einer Gruppe gehandelt habe.














