Schlechte Nachrichten für Autofahrer
Benzin und Diesel sind erneut teurer geworden
19.08.2026 – 15:25 UhrLesedauer: 2 Min.
Benzin und Diesel sind innerhalb einer Woche deutlich teurer geworden. Ölpreis und Niedrigwasser liefern dafür eine Erklärung – dem ADAC reicht sie allerdings nicht.
Autofahrer müssen an den Tankstellen wieder tiefer in die Tasche greifen. Im bundesweiten Durchschnitt kostet ein Liter Super E10 derzeit 2,162 Euro. Das sind 3,7 Cent mehr als vor einer Woche, wie aktuelle Zahlen des ADAC zeigen. Noch stärker ist der Anstieg beim Diesel: Der Liter kostet im Mittel 2,253 Euro und damit 5,3 Cent mehr als in der Vorwoche.
Der ADAC hält die Kraftstoffpreise weiterhin für zu hoch. Zwar gibt es mehrere Faktoren, die den jüngsten Anstieg erklären. Nach Einschätzung des Verkehrsclubs reichen sie jedoch nicht aus, um das derzeitige Preisniveau vollständig zu begründen.
Ölpreis und Niedrigwasser verteuern Kraftstoff – aber nicht nur
Einer dieser Faktoren ist der Ölpreis. Ein Barrel Rohöl der Sorte Brent kostet derzeit rund 91 US-Dollar und damit etwa zwei Dollar mehr als in der vergangenen Woche. Steigt der Preis für Rohöl, wirkt sich das in der Regel auch auf die Preise für Benzin und Diesel aus.
Hinzu kommen Transportprobleme auf dem Rhein. Wegen des niedrigen Wasserstands können Schiffe weniger Ladung transportieren. Das verteuert unter anderem die Versorgung mit Kraftstoffen. Besonders an der Engstelle bei Kaub erschwert das Niedrigwasser den Transport nach West- und Süddeutschland.
Doch Ölpreis und Transportkosten erklären nach Einschätzung des ADAC nur einen Teil der Entwicklung. Der Verkehrsclub hält Benzin und Diesel trotz dieser Belastungen weiterhin für zu teuer.
Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine Auswertung von Johannes Schwanitz von der Fachhochschule Münster, über die die „Welt“ berichtet. Demnach liegen die Preise an den Tankstellen höher, als sich allein mit Rohölpreis, Steuern und weiteren Kosten erklären lässt. Schwanitz sieht in ungewöhnlich hohen Aufschlägen einen Hinweis auf gestiegene Margen bei den Mineralölkonzernen.
Als einen Grund nennt er auch das Verhalten der Autofahrer: Obwohl die Preise leicht vergleichbar sind, nutzen viele diese Möglichkeit nicht oder achten etwa beim Tanken mit einer Firmenkarte weniger auf den Literpreis. Schwanitz rät deshalb zum Preisvergleich. Denn wer gezielt günstigere Tankstellen ansteuert, erhöht den Wettbewerbsdruck auf die Anbieter.
Zu dieser Uhrzeit ist Tanken günstiger
Autofahrer können zumindest beeinflussen, wann sie ihren Tank füllen. Der ADAC empfiehlt derzeit, nach Möglichkeit kurz vor 12 Uhr zu tanken. Zu diesem Zeitpunkt seien die Kraftstoffpreise im Tagesverlauf am niedrigsten.
Um 12 Uhr steigen die Preise demnach deutlich an. Anschließend sinken sie im Tagesverlauf wieder langsam. Wer zeitlich flexibel ist, kann deshalb mit der Wahl des Tankzeitpunkts einige Cent je Liter sparen.















