Bezahlsystem
Paypal-Alternative: Sparkassen registrieren hohe Nutzerzahlen bei Wero
Aktualisiert am 18.08.2026 – 10:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Beim Zahlverfahren Wero melden die Sparkassen Fortschritte. Trotz gestiegener Nutzerzahlen ist Konkurrent Paypal aber weiterhin beliebt.
Die Sparkassen gewinnen mehr und mehr Nutzer für den noch jungen Bezahldienst Wero. Bis Sommer 2026 verzeichneten sie eigenen Angaben zufolge bereits über 6,2 Millionen registrierte Nutzer, die Wero aktiviert hatten.
Wero sei der entscheidende Faktor beim Zahlungsverkehr und wachse gerade zu einer realen europäischen Zahlungsinfrastruktur heran, sagte Joachim Schmalzl, geschäftsführendes Vorstandsmitglied beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV).
Alternative zur Macht von US-Anbietern
Die European Payments Initiative (EPI), eine Gemeinschaftsfirma von Banken und Zahlungsdienstleistern, ist seit Anfang Juli 2024 mit Wero am Start. Die Partner wollen damit gegen große US-Finanzkonzerne wie Mastercard, Visa und Paypal antreten und eine europäische Alternative im Zahlungsverkehr schaffen. So sollen auch die Dienste Apple Pay und Google Pay gestoppt werden.
Nutzer von Wero benötigen im Gegensatz zu einer herkömmlichen Überweisung keine 22-stellige Kontonummer (IBAN) des Empfängers. Stattdessen kann man für die Geldübertragung in Echtzeit eine Mobiltelefonnummer oder eine E-Mail-Adresse nutzen.
Echtzeit bedeutet, dass das Geld innerhalb von zehn Sekunden auf dem Konto des Empfängers gutgeschrieben wird.
Das Angebot können Kunden von Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, der Deutschen Bank, der Postbank, der ING sowie der Norisbank über die Apps der jeweiligen Institute nutzen. Inzwischen gibt es auch eine eigenständige Wero-App. Die Neobank N26 sowie die Smartphone-Banken Revolut und Nickel unterstützen Wero bereits. Weitere Banken sollen in den kommenden Monaten folgen. Laut dem DSGV gibt es europaweit mehr als 57 Millionen registrierte Wero-Nutzer.
So funktioniert der Dienst:
- Öffnen Sie Ihre Banking-App und klicken Sie darin auf Wero. Das geht nur, wenn Ihre Bank auch Zahlungen per Wero unterstützt.
- Loggen Sie sich ein und fügen Sie Ihr Bankkonto hinzu. Danach ist Ihr Wero-Wallet aktiv.
- Um Geld zu senden, brauchen Sie die Handynummer oder die E-Mail-Adresse des Empfängers in Ihrer Kontaktliste. Suchen Sie den Kontakt heraus, dem Sie Geld senden wollen.
- Geben Sie den Betrag ein, den Sie senden möchten, fügen Sie eine persönliche Nachricht hinzu und tippen Sie auf Senden. Laut Wero ist das Geld in unter zehn Sekunden auf dem Konto des Empfängers.
Paypal schon seit Jahren verbreitet
Weiterhin gibt es Skepsis, ob Wero zum Konkurrenten Paypal aufschließen kann, der seit Jahren auf dem deutschen Markt etabliert ist. Paypal hat nach eigenen Angaben allein hierzulande rund 35 Millionen aktive Kundenkonten.
Mit ihrem nationalen Online-Zahlverfahren Paydirekt/Giropay waren die deutschen Banken und Sparkassen gescheitert. Es wurde zum Jahresende 2024 eingestellt. Den hohen Erwartungen als Paypal-Konkurrenz wurde Giropay nie gerecht.














