„Konnte nicht einmal gehen“
Nach EM-Aus: Berliner Speerwerferin bereut Operation
15.08.2026 – 14:42 UhrLesedauer: 2 Min.

Marie-Therese Obst scheitert bei der EM bereits in der Qualifikation. Dennoch wertet sie ihre Teilnahme als Erfolg. Auf einen medizinischen Eingriff hätte sie jedoch gerne verzichtet.
Ein gültiger Versuch gelang Marie-Therese Obst am Freitag nicht. Die in Berlin geborene norwegische Speerwerferin, die vor zwei Jahren noch Bronze in Rom gewann, schied deshalb bereits in der Qualifikation der EM in Birmingham aus. Doch als großen Misserfolg wollte sie die verpasste Finalteilnahme nicht werten.
„Bevor jetzt Schlagzeilen erscheinen, dass es ein Reinfall war – das könnt ihr getrost vergessen –, denn das hier war absolut kein Reinfall“, sagte Obst der norwegischen Tageszeitung „Verdens Gang“. Denn eine EM-Teilnahme erschien aufgrund ihrer Verletzungen und einer Operation keineswegs sicher.
- Doping-Wirbel um EM-Sieger: Bekommt Ansah wirklich die härteste Strafe?
- EM-Medaille im Blick: Deutscher Athlet auf Platz zwei disqualifiziert
„Noch vor wenigen Wochen konnte ich nicht einmal gehen“, sagte Obst. „Körperlich tut es so weh, und mental ist es so schwer, sich von einer Verletzung wieder hochzuarbeiten, um dann einen neuen Rückschlag zu erleiden, sich wieder hochzuarbeiten und dann noch einen Rückschlag zu bekommen.“ Das mache sie bereits seit Februar vergangenen Jahres.
„Sehe nun, dass es keine gute Idee war“
Obst, die während ihrer gesamten Karriere bereits zahlreiche Verletzungen überstehen musste, erlitt im Winter 2025 einen Ermüdungsbruch im Rücken. Sie entschied sich daraufhin zu einer Operation. Doch der medizinische Eingriff half nicht. Im Gegenteil: Der Bruch verschlimmerte sich von Grad zwei auf Grad vier.
„Sie haben kleine Nerven durchtrennt“, erklärte Obst. „Aber was dann passierte, war, dass ich nicht spürte, dass es schlimmer wurde, und bei einem Wurf im März hatte ich so starke Schmerzen, dass ich sie gar nicht beschreiben kann.“

Die Operation sei deshalb „vielleicht ein Fehler“ gewesen, sagte Obst. „Ich war verzweifelt und wollte unbedingt etwas anderes ausprobieren. Also bin ich das Risiko eingegangen und sehe nun, dass es keine gute Idee war.“ Sie müsse nun damit leben. „Ich kann die Zeit nicht zurückdrehen“, ergänzte sie.














