„Ich bin schockiert“
Experten üben scharfe Kritik an Leichtathletik-EM
Aktualisiert am 12.08.2026 – 07:22 UhrLesedauer: 2 Min.
Seit Montag läuft die Leichtathletik-EM in Birmingham. Der Zuschauerandrang hält sich bisher jedoch in Grenzen. Über die Gründe wird auf der Insel heftig debattiert.
Erst ein voller Wettkampftag hat stattgefunden, doch die Veranstalter der Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham sehen sich bereits deutlicher Kritik ausgesetzt. Hauptgrund dafür sind die hohen Preise für Eintrittskarten und Verpflegung im Stadion.
Wer an den ersten drei Tagen in der Abendsession auf der Haupttribüne mit dabei sein will, muss dafür umgerechnet rund 129 Euro hinlegen. Karten der Kategorie B kosten ebenfalls einen dreistelligen Betrag – 105 Euro. Die günstigste Karte kostet 30 Euro. Ab Donnerstag sind die Tickets nochmal teurer, für Kategorie-A-Eintrittskarten werden dann bis zum Finaltag am Sonntag 175 Euro aufgerufen. Die günstigste Kategorie bleibt bei 30 Euro.
Auch die Preise für Essen und Getränke im Alexander Stadium stoßen bei vielen Fans auf Unverständnis. Ein Barbecue-Schweinebrötchen kostet umgerechnet rund 21,65 Euro, ein Hotdog 17,55 Euro und eine Flasche Wasser rund 4,60 Euro.
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Wohl eine Folge der Preispolitik: viele leere Plätze auf den Tribünen. Offiziell waren am Montagabend nur etwa 13.000 Zuschauer vor Ort. Damit war das 23.000 Zuschauer fassende Stadion kaum mehr als zur Hälfte gefüllt. Auch bei der Session am Dienstagabend feuerten laut ZDF nur knapp 13.000 Fans die Athletinnen und Athleten an. Die Situation ist besonders heikel, da Londons Bewerbung für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2029 am Freitag präsentiert wird.
Steve Cram, ehemaliger Weltmeister über 1.500 Meter und BBC-Kommentator, sprach während der Übertragung die sichtbar leeren Ränge an: „Etwas enttäuschend, was die Zuschauerzahlen angeht. Besonders auf der Gegengeraden sind kaum Leute auf den Tribünen.“

Kommentatoren-Kollegin Sonja McLaughlan schloss sich an, schrieb auf X: „Ich bin tatsächlich schockiert über die Preise. Es ist schade für die Athleten, die Besseres verdienen. Der Sport hat dieses wertvolle Zeitfenster ohne Fußball und mit freier TV-Übertragung, aber die leeren Ränge lassen alles matt wirken.“
Parken für 20 Euro – 45-Minuten-Fußweg inklusive
Damit nicht genug: Die ähnlich happigen Parkgebühren verstärken den Unmut. Für das Park-and-Ride-System werden umgerechnet mehr als 26 Euro verlangt. Die etwas günstigere Park-and-Walk-Option kostet rund 20,50 Euro – allerdings ist dann ein 45-minütiger Fußweg nötig, um zum Stadion zu gelangen.














