Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
AfD vor Alleinregierung – so geht taktisches Wählen
11.08.2026 – 16:48 UhrLesedauer: 3 Min.
Die AfD könnte in Sachsen-Anhalt klar die nächste Landesregierung stellen. Das wird aber davon abhängen, welche Parteien über die Fünfprozenthürde kommen.
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September könnte die AfD die absolute Mehrheit der Sitze gewinnen und erstmals eine Regierung auf Landesebene bilden. Das wäre vor allem dann wahrscheinlich, wenn es die kleineren Parteien nicht in den Landtag schaffen und die Mandatsverteilung folglich zugunsten der AfD ausfiele.
Wer dieses Szenario verhindern will, kann taktisch wählen, also die eigene Stimme gezielt einsetzen. Taktisch Wählende würden derjenigen Partei ihre Stimme geben, die die gewünschte Mehrheitsbildung am ehesten unterstützt, statt ausschließlich die Partei zu wählen, die sie persönlich bevorzugen.
Die Umfragen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sehen die AfD mit rund 42 Prozent als die mit Abstand stärkste Kraft. Da jedoch fast alle anderen Parteien eine Koalition mit dem vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuften Landesverband ausgeschlossen haben, bleibt der AfD nur die Möglichkeit einer Alleinregierung. Dafür bräuchte die Partei mindestens 50 Prozent der Stimmen oder die absolute Mehrheit der Sitze im Landtag.
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Wie Wähler eine AfD-Mehrheit verhindern könnten
Die absolute Mehrheit im Landtag erreicht die AfD leichter, wenn kleine Parteien an der Fünfprozenthürde scheitern und nicht in den Landtag einziehen. Die AfD hätte dann zwar dieselbe Anzahl an Stimmen, aber weniger politische Gegner im Parlament, da die Stimmen, die für die kleinen Parteien abgegeben wurden, verfallen. Die AfD hätte dann die Mandatsmehrheit.
Konkret geht es bei der Sachsen-Anhalt-Wahl um die SPD, die in den Umfragen zwischen fünf und sieben Prozent schwankt. Auch die Grünen, FDP und BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht) drohen bei der Wahl an der Fünfprozenthürde zu scheitern.
Könnte die SPD ihren derzeitigen Stand in den Umfragen halten oder gar ausbauen, könnte sie gemeinsam mit CDU und der Linken einen ungefähren Gleichstand an Sitzen erreichen. Würden es auch die Grünen wieder in den Magdeburger Landtag schaffen, läge die Mehrheit mit etwa 47 Prozent bei den anderen Parteien, also nicht mehr bei der AfD. Gleiches gälte für BSW und FDP.

Um jedoch abschätzen zu können, wo die Wahlstimme in taktischer Hinsicht am meisten Sinn ergibt, müssen die Wählenden abschätzen können, wie es um die Mehrheitsverhältnisse der Parteien steht. Denn gehen nicht genügend Stimmen an eine Partei, um sie über die Fünfprozenthürde zu hieven, dann werden sie, taktisch oder nicht, nicht berücksichtigt. Die Gefahr dafür ist am größten, wenn mehrere Parteien an der Fünfprozenthürde scheitern, so wie es jetzt in Sachsen-Anhalt denkbar wäre.














