„Braucht es nicht“
Autoexperte fordert Stopp der E-Auto-Prämie
10.08.2026 – 11:04 UhrLesedauer: 3 Min.
Die E-Auto-Zulassungen steigen deutlich. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer fordert deshalb ein Ende der staatlichen Kaufprämie.
Ferdinand Dudenhöffer war von Anfang an kein Befürworter der neuen E-Auto-Prämie. Bereits zu deren Einführung im Januar warnte der Direktor des Center Automotive Research (CAR) davor, dass die staatliche Förderung den Markt verzerren und vor allem Importherstellern zugutekommen könnte. Acht Monate später sieht er sich durch die Entwicklung auf dem deutschen Automarkt bestätigt – und geht noch einen Schritt weiter: Die Förderung sollte aus seiner Sicht möglichst schnell beendet werden.
„Es braucht die Prämie nicht und es hat sie noch nie gebraucht seit der Einführung im Januar 2026“, schreibt Dudenhöffer in einer aktuellen Analyse des CAR.
Das ist die E-Auto-Prämie
Anträge für die neue E-Auto-Förderung können seit Mitte Mai gestellt werden, rückwirkend für seit dem 1. Januar 2026 zugelassene Fahrzeuge. Gefördert werden der Kauf oder das Leasing neuer Elektroautos und Plug-in-Hybride. Abhängig von Fahrzeug, Haushaltsgröße (vor allem Zahl der Kinder) und Einkommen beträgt der Zuschuss zwischen 1.500 und 6.000 Euro. Die Einkommensobergrenze liegt bei 90.000 Euro zu versteuerndem Haushaltsjahreseinkommen.
Tatsächlich ist der Anteil elektrifizierter Neuwagen zuletzt deutlich gestiegen. Im Juli waren nach Angaben des CAR 29,3 Prozent aller Neuzulassungen in Deutschland reine Elektroautos. Werden Plug-in-Hybride hinzugerechnet, waren 109.218 der neu zugelassenen Pkw elektrifiziert. Das entspricht einem Anteil von 40,7 Prozent.
Dudenhöffers Argument: Wenn inzwischen rund vier von zehn Neuwagen einen Elektro- oder Plug-in-Hybridantrieb haben, brauche es keine zusätzliche Kaufprämie aus Steuermitteln. Das gesamte Budget für die Förderung beläuft sich auf drei Milliarden Euro. Würde die Bundesregierung das Programm kurzfristig beenden und beispielsweise nur noch Anträge bis Ende September zulassen, ließen sich nach Berechnungen des CAR gut zwei Milliarden Euro einsparen und anderweitig investieren.
Dudenhöffer sieht Prämie als Preistreiber
Der Autoexperte führt noch ein zweites Argument gegen die Förderung an. Nach Berechnungen des CAR hat sich der Preisabstand zwischen Elektroautos und vergleichbaren Verbrennern seit Einführung der Prämie vergrößert. Dudenhöffer sieht darin auch eine Folge der Förderung. Die Hersteller hätten ihre eigenen Rabatte für Elektroautos zurückgefahren, während die Nachfrage steige. Ein Teil der staatlichen Unterstützung könnte damit durch geringere Preisnachlässe der Hersteller aufgezehrt werden. Einen direkten Nachweis dafür liefert die vorliegende CAR-Analyse allerdings nicht.
Hinzu kommt nach Dudenhöffers Einschätzung, dass der Elektroautomarkt bereits vor Einführung der neuen Förderung an Fahrt aufgenommen hatte. Seit 2025 sei das Angebot kleinerer und kompakter Elektroautos gewachsen. Gleichzeitig hätten chinesische Hersteller mit vergleichsweise günstigen Modellen den Wettbewerb verstärkt. Auch hohe Benzinpreise nennt CAR als einen Grund für die steigende Nachfrage.
Chinesische Hersteller legen kräftig zu

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung derzeit bei BYD. Der chinesische Hersteller brachte im Juli nach Angaben von CAR 5.240 Neuwagen in Deutschland auf die Straße. Das waren 365 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. In den ersten sieben Monaten des Jahres stiegen die Zulassungen demnach um 322 Prozent. BYD bietet in Deutschland ausschließlich Elektroautos und Plug-in-Hybride an – also genau jene Antriebsarten, deren Käufer die staatliche Förderung erhalten können. Dudenhöffer: „Die Prämie verzerrt zusätzlich den Markt und gibt ausländischen Autobauern einen Vorteil.“













