Zahlreiche Sichtungen
Exotisches Insekt breitet sich in Köln rasend schnell aus
09.08.2026 – 12:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Noch vor wenigen Jahrzehnten galt sie als Exotin. Heute ist die Gottesanbeterin in Köln längst heimisch – und in diesem Jahr scheinbar häufiger zu sehen denn je.
Die Gottesanbeterin ist in Köln längst keine exotische Ausnahme mehr. In der Beobachtungsdatenbank „Naturgucker“ vom NABU finden sich seit Mitte Juli zahlreiche aktuelle Meldungen aus dem gesamten Stadtgebiet. Allein zwischen dem 15. Juli und 9. August sind dort mehr als 70 Einträge aus Köln eingegangen.
Die jüngsten Sichtungen stammen vom Sonntag, 9. August. Eine Gottesanbeterin wurde im Bereich Köln-Zentrum, eine weitere rund um Wahn und den Flughafen Köln/Bonn gemeldet. Bereits am Samstag gab es Funde in Mülheim/Dellbrück, Lindenthal/Müngersdorf und erneut im Zentrum.
Die Meldungen beschränken sich dabei längst nicht auf einzelne Hotspots. Tiere wurden unter anderem auch in Rodenkirchen, Ossendorf und Bickendorf, Porz, Widdersdorf und Köln-Nord registriert.
2026 ist ein außergewöhnliches Jahr für die Gottesanbeterin
Dass sich die Sichtungen in Köln derzeit häufen, passt zu einer bundesweiten Entwicklung. Allein in der letzten Juliwoche gingen beim NABU mehr als 2.000 Beobachtungen ein – ein Mehrfaches der Vorjahre und ungewöhnlich früh in der Saison.
Normalerweise fallen ausgewachsene Gottesanbeterinnen vor allem ab Mitte August stärker auf. In diesem Jahr hat die Hitze ihre Entwicklung laut NABU jedoch um zwei bis drei Wochen beschleunigt. Immer mehr ausgewachsene Tiere sind deshalb bereits jetzt auf der Suche nach Nahrung und Paarungspartnern unterwegs – und gelangen dabei auch in Gärten, an Häuser oder durch offene Fenster in Wohnungen.
Köln liegt mitten im westlichen Verbreitungsgebiet
Noch vor wenigen Jahrzehnten galt die Gottesanbeterin in Deutschland als Exotin und kam vor allem am Kaiserstuhl im Südwesten vor. Inzwischen hat sie ihr Verbreitungsgebiet deutlich ausgedehnt. Der NABU sieht den Klimawandel als wesentlichen Treiber dieser Entwicklung.

Heute gibt es ein großes westliches Verbreitungsgebiet entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse. In Nordrhein-Westfalen gehören inzwischen das Rheinland sowie der Süden und die Mitte des Ruhrgebiets dazu. Köln liegt damit mitten in einem Gebiet, in dem sich die Art mittlerweile etabliert hat.
Besonders stark ist der Meldeboom derzeit in dieser Westpopulation. Bei Durchschnittstemperaturen von mindestens 17 Grad entwickeln sich Eier und Larven schneller. Genau solche Bedingungen gab es laut NABU im Frühjahr 2026 in vielen betroffenen Regionen.
Für Menschen sieht sie gefährlicher aus, als sie ist
Mit ihren großen Fangarmen und ihrem dreieckigen Kopf wirkt die Gottesanbeterin durchaus exotisch. Für Menschen ist sie jedoch ungefährlich: Sie ist weder giftig noch kann sie stechen. Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem andere Insekten und Spinnen. Dabei verharrt sie häufig regungslos und schlägt bei Beute blitzschnell zu.















