SUV mit neuer Technik
Polestar baut wichtigstes Auto schon nach zwei Jahren um
08.08.2026 – 08:14 UhrLesedauer: 9 Min.

Der Polestar 3 ist gerade einmal zwei Jahre auf dem Markt und wird schon grundlegend überarbeitet. Im Test zeigt sich, warum der große Aufwand sinnvoll war – und wo das Elektro-SUV unnötig nervt.
„Polestar? Was ist das denn?“ Diese Frage dürfte Besitzern eines Autos der schwedisch-chinesischen Marke nicht ganz unbekannt sein. Während Volvo fast jeder kennt, fährt Polestar in Deutschland weiterhin eher unter dem Radar. Dabei liegen die Wurzeln der Marke im Motorsport und in besonders leistungsstarken Volvo-Modellen. Seit 2017 tritt Polestar als eigenständige Marke für elektrische Performanceautos auf. Der Polestar 1 machte den Anfang, der Polestar 2 folgte als erstes reines Elektroauto.
Der Polestar 3 sollte die Marke schließlich in die wichtige Klasse der großen Elektro-SUVs führen. Seine Premiere hatte er bereits 2022, die ersten Autos wurden allerdings erst 2024 ausgeliefert: Die Software der gemeinsam mit Volvo genutzten Elektroplattform benötigte eine längere Entwicklungszeit.
Und jetzt, gerade einmal zwei Jahre später, wird der Polestar 3 grundlegend überarbeitet. Äußerlich ändert sich praktisch nichts. Unter der Karosserie bleibt dagegen kaum ein Stein auf dem anderen. Der wichtigste Schritt ist die Umstellung von 400 auf 800 Volt. Dazu kommen neue Batterien, ein neuer Motor an der Hinterachse, mehr Leistung, ein schnellerer Hauptrechner und überarbeitete Fahrwerkskomponenten.
Der Aufwand dürfte beträchtlich gewesen sein, war aber auch nötig. In dieser Klasse und zu Preisen von bis zu deutlich mehr als 100.000 Euro erwarten Käufer aktuelle Technik. BMW setzt bei seiner neuen Elektroplattform ebenfalls auf 800 Volt und verspricht für den neuen iX3 bis zu 400 kW Ladeleistung. Mercedes nutzt die Technik unter anderem beim elektrischen CLA. Wer in diesem Umfeld bestehen will, kann sich beim Thema lange Ladepausen kaum noch herausreden.
Groß, aber nicht plump

Auf den ersten Blick wirkt der Polestar 3 schlanker, als er tatsächlich ist. Mit 4,90 Metern Länge, 1,62 Metern Höhe und fast 1,97 Metern Breite ohne Außenspiegel ist er jedoch ein ziemlich großes Auto. Ein Audi Q8 bewegt sich in einer ähnlichen Größenordnung. Ein BMW 5er kann mit Außenspiegeln sogar noch breiter ausfallen. Das macht den Polestar nicht außergewöhnlich, aber eben auch nicht handlicher: Enge Straßen, Baustellenspuren und ältere Tiefgaragen gehören nicht zu seinen Lieblingsrevieren.
Ein kleines Detail nimmt zumindest etwas Druck aus engen Parkhaussituationen: Die Felgen stehen nicht über den Reifen hinaus. Der Gummirand schützt sie ein Stück weit. Das klingt banal, kann im Ernstfall aber schnell ziemlich viel Geld sparen.
Maximaler Minimalismus
Beim Einsteigen wirkt der Polestar 3 sofort luftig. Das liegt vor allem am großen Glasdach (leider ohne Rollo), das sich fast über den gesamten Innenraum spannt. Die grundsätzliche Gestaltung kennt man so ähnlich aus aktuellen Volvo-Modellen. Das Prinzip lässt sich mit zwei Worten zusammenfassen: maximaler Minimalismus.















