Deutsche mit klarer Ansage
Putins Athleten stürzen Weltsport ins Chaos
Aktualisiert am 07.08.2026 – 05:43 UhrLesedauer: 6 Min.

Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus starten bei der WM in Frankfurt/Main offenbar wieder unter neutraler Flagge.
Wie umgehen mit Athletinnen aus Russland und Belarus? Das fragen sich in der Sportwelt derzeit viele Funktionäre. Das jüngste Beispiel liefern die Turner. Sie stehen vor der schwierigen Entschiedung, ob Putins Sporlter bei den Weltmeisterschaften der Rhythmischen Sportgymnastik in Frankfurt/Main (12. bis 16. August) mit oder ohne ihre jeweiligen Nationalflaggen und Nationalhymnen antreten dürfen.
Der Deutsche Turnerbund (DTB) hat sich in der Frage nun einmal. mehr klar positioniert: Demnach werden Russen und Belarussen nur neutralen Status bei den Wettbewerben erhalten. Das bestätigte der Verband am Donnerstag auf Anfrage der „Süddeutschen Zeitung“.
- Verband lässt Russen wieder zu: Putins Minister frohlockt
- Olympia-Teilnahme wieder möglich: IOC hebt Sanktionen gegen Russland auf
- Putins Sport-Propaganda: Seht her, wie stark ich bin
Zwar würden beide Delegationen in den Ergebnislisten offenbar weiter unter ihren Ländernamen geführt, sollte eine Athletin aus diesen Delegationen aber eine Medaille oder einen WM-Titel gewinnen, werde man die Flagge des Weltverbands zeigen, begleitet von neutraler Musik, schrieb der DTB laut „SZ“: Dieser Status sei zwischen dem Turn-Weltverband (FIG), dem Deutschen Turner-Bund, dem Deutschen Olympischen Sportbund gemeinsam mit der Bundesregierung vereinbart worden.
Ukrainischer Verband reagierte auf Entscheidung
Im Mai hatte die FIG die Sanktionen gegen Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus eigentlich bereits aufgehoben. Die Entscheidung gilt für Kunstturnen, Rhythmische Sportgymnastik, Trampolinturnen, Sportakrobatik und Sportaerobic. Der ukrainische Turnverband UGF reagierte bei der EM im bulgarischen Warna Ende Mai mit einer groß angelegten Protestkampagne auf die Wiederzulassung der Flagge und Hymne Russlands bei internationalen Wettkämpfen.

In Bulgarien waren russische Sportler wieder unter der Flagge ihres Heimatlandes angetreten, auch die russische Hymne ertönte. Im Publikum wurden zahlreiche weiß-blau-rote Russland-Flaggen geschwenkt, alles war, als wäre nichts gewesen. Dabei läuft der völkerrechtswidrige Angriffskrieg gegen die Ukraine, den Russlands autoritärer Machthaber Wladimir Putin vor mehr als vier Jahren begonnen hat, mit unverminderter Härte weiter. Täglich bombardiert die russische Armee das Nachbarland mit Gleitbomben und ballistischen Raketen und tötet dabei Zivilisten.
IOC-Präsidentin löst Verwunderung aus
Aus diesem Grund waren russische und belarussische Sportler im Februar 2022 weitgehend vom internationalen Sport ausgeschlossen worden. Zumal Machthaber Putin den Sport in seinem Land fest unter seiner Kontrolle hat. Putin nutzt die Erfolge russischer Sportler als Aushängeschild seines autoritären Regimes, er lädt sie regelmäßig in den Kreml ein, verleiht ihnen Orden und schmückt sich im Fernsehen mit russischen Athleten. Sport ist in Russland fester Bestandteil der Politik.














