Zahl deutlich nach oben korrigiert
RKI: Rund 9.600 Hitzetote in Extrem-Woche
Aktualisiert am 06.08.2026 – 09:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Rekordhitze in Deutschland führt zu einer deutlichen Häufung von Todesfällen. Neue Zahlen zeigen das extreme Ausmaß.
Infolge der extrem heißen Woche Ende Juni sind in Deutschland nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) deutlich mehr Menschen gestorben als bisher angenommen. Wie das RKI in seinem aktuellen Wochenbericht mitteilte, gab es in der Woche vom 22. bis 28. Juni etwa 9.600 Hitzetote. Im Juli war das RKI in Schätzungen noch von etwa 5.100 Todesfällen ausgegangen.
In der letzten Juniwoche wurden überall in Deutschland besonders hohe Temperaturen gemeldet. Am 27. Juni wurde nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts (DWD) an 46 Stationen die 40 Grad-Marke geknackt. Auch der neue Allzeit-Temperaturrekord für Deutschland wurde in der Woche aufgestellt.
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Hitze ist vor allem für ältere Menschen gefährlich. Mit gut 6.000 wurden die meisten Todesfälle in der Altersgruppe von 85 Jahren oder älter verzeichnet. Knapp 3.000 der Gestorbenen waren zwischen 75 und 84 Jahren alt, knapp 1.800 zwischen 65 und 74 Jahren. Bei den Unter-65-Jährigen waren es gut 1.100 Todesfälle.
Hitzetote im Juni: Aktivisten fordern Krisengipfel
Wie eine Sprecherin des RKI erklärte, werden die Todeszahl jede Woche mit neuen Daten neu kalkuliert. Bei den Daten des RKI handelt es sich um Schätzungen auf Basis der Sterbefallzahlen des Statistischen Bundesamtes. Auch Daten von 52 Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes fließen in die Berechnung ein.
Angesichts der jüngsten Hitzewellen fordern die Bundesärztekammer, rund 80 weitere europäische Gesundheitsorganisationen und etliche Umweltverbände deutlich mehr Anstrengungen von Deutschland und der EU. So müsse die Erklärung des Klimanotstands in verbindliche Verpflichtungen und extreme Hitze als ernsthafte Gesundheitsgefahr anerkannt werden, heißt es in einer Erklärung der Gesundheitsorganisationen. Die Mediziner fordern unter anderem, Pflegeeinrichtungen, Kindertagesstätten und Schulen klimafest zu machen.
Der BUND, Fridays for Future, Nabu und weitere Gruppen wollten am Donnerstag vor dem Kanzleramt auf das Thema aufmerksam machen. „Wir fordern Bundeskanzler Merz und sein Kabinett dazu auf, einen Hitzegipfel einzuberufen. Bund, Länder und Kommunen müssen ihre Aktivitäten strategisch aufeinander abstimmen. Zivilgesellschaft und Forschung müssen gehört und ihre Erkenntnisse beim politischen Handeln umfänglich berücksichtigt werden“, so die Organisationen.













