BMW kombiniert Displays weiterhin mit physischen Bedienelementen und dem iDrive-System, statt ausschließlich auf Touchbedienung zu setzen.
Bedienbarkeit durch Touchscreens eingeschränkt
Dass die Diskussion nicht nur eine Frage persönlicher Vorlieben ist, zeigen Untersuchungen von ADAC und TÜV-Verband. Nach einer Anfang 2026 veröffentlichten Auswertung von Tests des ADAC hat sich die Bedienfreundlichkeit neuer Autos in den vergangenen Jahren verschlechtert. In der Kategorie Bedienung erreichten die untersuchten Fahrzeuge im Durchschnitt die Note 2,7. Im Jahr 2019 war es noch eine 2,3.
Der Automobilklub führt diese Entwicklung auf zunehmend softwarebasierte Bedienkonzepte zurück. Touchscreens mit verschachtelten Menüs und berührungsempfindliche Flächen ohne haptische Rückmeldung verlängerten die Bedienzeiten. Fahrer müssten sich dadurch stärker auf die Bedienung konzentrieren. „In der Folge steigt die Ablenkung und damit das Unfallrisiko“, erklärte der ADAC.
Deshalb hat der Klub auch seine Bewertung angepasst. Die volle Punktzahl erhalten Fahrzeuge künftig nur noch, wenn Blinker, Warnblinker, Hupe, Scheibenwischer und das automatische Notrufsystem eCall über Knöpfe oder Schalter mit direkter haptischer Rückmeldung bedient werden können. Andere Funktionen dürfen höchstens zwei Schritte tief in den Menüs des Infotainmentsystems liegen.
Strengere Regeln beim Crashtest
Auch das europäische Verbraucherschutzprogramm Euro NCAP gewichtet die Bedienung seit diesem Jahr stärker. Für eine Spitzenbewertung müssen wichtige Funktionen wieder möglichst direkt erreichbar sein. Damit wird die Bedienbarkeit zunehmend auch zu einem Sicherheitskriterium.
Digitale Cockpits grundsätzlich infrage stellen will auch der TÜV-Verband nicht. In einer 2024 veröffentlichten Umfrage erklärten 72 Prozent der Autobesitzer, digitale Funktionen erleichterten ihnen das Fahren. Navigation, aktuelle Verkehrsinformationen oder die Einbindung von Assistenzsystemen gehören für viele inzwischen zum Alltag.
Gleichzeitig gaben 53 Prozent an, dass sie die Bedienung digitaler Funktionen während der Fahrt als zu ablenkend empfinden. 40 Prozent bezeichneten sie als kompliziert. Der TÜV-Verband forderte die Hersteller deshalb auf, Bedienkonzepte einfacher zu gestalten und stärker auf Sprachsteuerung sowie haptisches Feedback zu setzen.
Spagat zwischen Tasten und Bildschirmen














