Festnahmen bei München
Zum vierten Mal: 79-Jähriger überführt Telefon-Betrüger
24.07.2026 – 15:54 UhrLesedauer: 1 Min.
Ein 79-Jähriger aus Oberbayern hielt Schockanrufer hin, bis die Polizei den Geldabholer festnehmen konnte. Nachmachen empfiehlt die Polizei trotzdem nicht.
Ein 79-jähriger Rentner aus Oberbayern hat nach Angaben der Polizei München zum vierten Mal zur Festnahme eines von Betrügern beigetragen. Er hielt einen Anrufer so lange hin, bis Beamte einen 21-jährigen Geldabholer bei einer fingierten Übergabe in Pullach bei München festnehmen konnten.
Der Anruf folgte einem bekannten Muster: Ein Unbekannter meldete sich weinend, gab sich als Sohn des Rentners aus und übergab dann an einen angeblichen Polizeibeamten. Dieser forderte 80.000 Euro Kaution – der Sohn habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht und müsse sonst ins Gefängnis. Der Rentner durchschaute die Masche, spielte aber mit. „Da habe ich richtig sauber Vollgas gegeben mit dem Theater“, sagte Bruno Schmaus bei einer Pressekonferenz der Polizei in München.
„Mitzuspielen ist gar nicht so einfach, weil man sehr viel wissen muss, sehr viel beachten muss, und weil die sehr schnell erkennen, dass man sie an der Nase herumführt“, ordnete der stellvertretende Leiter des für Callcenter-Betrugs zuständigen Münchner Kommissariats, Markus Nothelfer, ein. Wegen des hohen psychischen Drucks, den die professionellen Banden aufbauen, empfehle die Polizei deshalb, aufzulegen und Anzeige zu erstatten.
Mit Hilfe von Schmaus gelang der Polizei bislang in vier Fällen die Festnahme von fünf Verdächtigen. Dabei ging es um zwei Schockanrufe, einen Enkeltrick sowie einen Teppichbetrug, bei dem an der Haustür überteuerte Teppiche verkauft werden sollten. In einem weiteren Fall kam es nicht zur Festnahme, weil der Abholer beim Enkeltrick die richtige Adresse nicht fand.















