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Dieser Western polarisiert bis heute
24.07.2026 – 09:42 UhrLesedauer: 3 Min.
Romantische Augenblicke und ein feuriges Finale in der Glutsonne der Wüste: „Duell in der Sonne“ lieferte alles, was ein Western braucht, aber stürzte dadurch die Produktion ins Chaos.
Produzent David O. Selznick wollte es noch einmal schaffen: Nach dem Welterfolg „Vom Winde verweht“ im Jahr 1939, suchte der amerikanische Filmemacher nach einem vergleichbaren Stoff. In dem Western „Duell der Sonne“ schien er seinen nächsten Hit gefunden zu haben. Doch die umfangreiche Umsetzung forderte ihren Preis.
Darum geht es in „Duell in der Sonne“
Nachdem eine Familientragödie die Halbblutindianerin Pearl (Jennifer Jones) als Waise zurücklässt, findet sie auf der Farm ihrer entfernten Verwandten ein neues Zuhause. Der Start auf der Ranch fällt ihr keineswegs leicht und die Anwesenheit der beiden Brüder Jesse (Joseph Cotten) und Lewt (Gregory Peck) erschwert die Situation.
Joseph und Lewt fühlen sich beide zu Pearl hingezogen. Während einer versucht, mit Romantik die Gunst von Pearl zu gewinnen, setzt der andere auf herrische und aggressive Methoden, die bis zur Vergewaltigung führen. Die Kluft zwischen den Brüdern gipfelt in einem Duell, in dem es nur einen Überlebenden geben kann.
Wie sehenswert ist „Duell in der Sonne“?
Das Filmfestival „Berlinale“ beschreibt den romantisch-wilden Western als „megalomanes Familienepos“. Produzent Selznick wollte ein Werk schaffen, das seinen Hit-Vorgänger „Vom Winde verweht“ übertreffen sollte.
Doch mit seinen Ideen verhob sich Selznick, wie der Kritiker Christoph Hartung auf seiner Filmseite schreibt: „Weil er das eine Erfolgsgeheimnis nicht findet, wirft er hier alles ins Drehbuch, was Drama garantiert: eine Kain-und-Abel-Konstruktion, eine Dreiecksgeschichte mit feuriger Frau, feurigem Mann und ehrlichem Mann, ein Rassismusdrama, Fremdenhass, Ehebruch, Fortschrittsglaube und Historiendrama.“
Die Presse mochte den abwechslungsreichen Western, der mit dem Wechsel zwischen Romantik und Konflikten spielt, wie die Bewertungsplattform „Rotten Tomatoes“ zeigt. 79 Prozent der Kritikerstimmen finden positive Worte. Allerdings empfand das Publikum, welches nur mit 55 Prozent stimmt, den Film als überladen. Von der internationalen Filmdatenbank „IMDb“ erhielt „Duell in der Sonne“ 6,7 von zehn Punkten.
Der Western läuft am Montag, 27. Juli 2026, um 20.15 Uhr bei Arte. Wer die Ausstrahlung verpasst, kann den Film alternativ bei Joyn+ streamen.
Umstrittene Szenen
Die Hassliebe zwischen Pearl und Lewt läuft im Film auf einen dramatischen Höhepunkt hinaus. In seiner aggressiven Art, Liebe auszudrücken, steuert das angespannte Miteinander auf eine Vergewaltigung zu. In den 1940er-Jahren wurden solche Darstellungen sowie die ungewohnt offene Erotik im Film stark kritisiert.
Zudem ist die Charakterzuweisung aus heutiger Sicht stark problematisch, wie der öffentlich-rechtliche Sender „Bayerischer Rundfunk“ schreibt: „Die Frau wird als wild, sinnlich und schwach, der Mann als vernünftig, stark und gefühlskalt dargestellt. Das Gute ist durchweg durch eine weiße Hautfarbe gekennzeichnet, hat blondes Haar, ist aufgeklärt, weise und gütig. Das Schlechte dagegen wird durch dunkles Haar und dunkle Haut dargestellt und zeigt sich als verrucht, verantwortungslos, ungebildet und einfältig.“















