Studie überrascht
Dieser Faktor beeinflusst das Krebsrisiko stärker als gedacht
23.07.2026 – 12:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Übergewicht könnte deutlich häufiger zu Krebs beitragen als bisher angenommen, wie eine neue Studie zeigt. Entscheidend ist dabei nicht nur der BMI.
Übergewicht gilt seit Langem als Risikofaktor für verschiedene Krebsarten. Eine neue Analyse des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) deutet nun darauf hin, dass der Einfluss auf die Krebsentstehung deutlich größer sein könnte als bisher angenommen. Demnach könnten mehr als zehn Prozent aller Krebserkrankungen auf ein erhöhtes Körpergewicht zurückzuführen sein.
Der BMI greift oft zu kurz
Für ihre Untersuchung werteten die Forscher Daten von rund 458.000 Frauen und Männern aus der britischen UK Biobank aus, die im Mittel fast zwölf Jahre lang begleitet wurden. Anders als viele frühere Studien beschränkten sie sich nicht auf den Body-Mass-Index (BMI).
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Der BMI berücksichtigt zwar Größe und Gewicht, sagt aber nichts darüber aus, wie viel Körperfett vorhanden oder wo es gespeichert ist. Gerade Fett im Bauchraum wird als ungünstig eingeschätzt, denn es gilt als besonders stoffwechselaktiv. Es kann Entzündungsprozesse fördern und andere Veränderungen im Körper begünstigen, die mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung stehen. Deshalb bezogen die Forscher auch den Taillenumfang und das Taille-Hüft-Verhältnis in ihre Analysen ein.
Warum frühere Schätzungen zu niedrig sein könnten
Wichtig ist zudem: Krebs kann schon Jahre vor der Diagnose zu einem ungewollten Gewichtsverlust führen. Betroffene wirken dadurch schlanker, obwohl der Tumor bereits vorhanden ist. Das kann den Zusammenhang zwischen Übergewicht und Krebs in Studien abschwächen.
Um diesen Effekt zu verringern, ließen die Forscher Krebserkrankungen außer Betracht, die kurz nach Beginn der Studie festgestellt wurden. Denn sie gingen davon aus, dass diese Tumoren häufig schon unentdeckt vorhanden waren und das Körpergewicht bereits beeinflusst hatten. Dadurch wurde der Zusammenhang zwischen Übergewicht und Krebs immer deutlicher.
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Bauchfett zeigte den stärksten Zusammenhang
Während des Beobachtungszeitraums erkrankten mehr als 50.000 Teilnehmer an Krebs. Als besonders aussagekräftig erwies sich der Taillenumfang: Wurden Krebsfälle, die in den ersten sieben Jahren nach Studienbeginn auftraten, aus der Auswertung ausgeschlossen, ließen sich rechnerisch 11,5 Prozent aller Krebsfälle auf Übergewicht zurückführen. Frühere Schätzungen auf Basis des BMI lagen bei rund 5,5 Prozent.
Die Zusammenhänge waren bei Frauen stärker ausgeprägt als bei Männern und bei Menschen unter 60 Jahren stärker als bei Älteren.
Was die Ergebnisse bedeuten
Die Studie beweist zwar nicht, dass Übergewicht allein Krebs verursacht. Sie spricht aber dafür, dass vor allem überschüssiges Bauchfett das Krebsrisiko stärker beeinflussen könnte als bislang angenommen. Nach Einschätzung des DKFZ könnten damit mehr als zehn Prozent aller Krebsfälle potenziell vermeidbar sein – vorausgesetzt, Übergewicht ließe sich wirksam verhindern oder behandeln.















